Samstag, 11. Februar 2017

25 Jahre ist's her: Südtirols sensationellstes Olympiagold

Am 11. Februar 1992 hat bei den Olympischen Winterspielen in Albertville (Frankreich) die große Stunde von Josef Polig geschlagen: In einem verrückten Rennen um den Sieg in der Alpinen Kombination mit zahlreichen Ausfällen der vermeintlichen Favoriten hat der 23-jährige Sterzinger zugeschlagen und Gold gewonnen.

Ja, sie ist echt: Josef Polig bei seiner Prämierung mit Olympiagold.
Ja, sie ist echt: Josef Polig bei seiner Prämierung mit Olympiagold.

Der Jubel bei den "Azzurri" war riesig, denn Silber ging genauso sensationell an Gianfranco Martin. Den Schweizer Steve Locher als Bronzemedaillengewinner hätte man schon eher auf dem Podest erwarten können.

Wie überraschend die Medaillen von Polig und Martin waren, sieht man auch daran, dass Beide - weder vorher noch nachher - im Ski-Weltcup jemals einen Podestplatz erreicht haben.

6. in der Abfahrt, 5. im Slalom

Josef Polig sicherte sich Kombi-Gold mit Platz 6 in der Abfahrt und Platz 5 im Slalom bei dichtem Schneefall. Damit bezwang er - im letztmals mit einem komplizierten Punktesystem berechneten Bewerb - hauchdünn den Abfahrts-Zweiten Gianfranco Martin.

Top-Favorit Paul Accola aus der Schweiz, Fünfter der Kombi-Abfahrt, verpasste im Slalom ein Tor, stieg zurück und verlor 8 Sekunden.

Damit schien der Weg frei für den Titelverteidiger Hubert Strolz auch Österreich, doch der vergab wenige Meter vor dem Ziel das sichere Gold und schied aus.

Die anderen Mitfavoriten Marc Girardelli und Günther Mader waren bereits in der Abfahrt gestürzt.

Protest abgewiesen

Der französische Ski-Verband protestierte nach dem Rennen gegen Polig und Martin wegen eines angeblichen Verstoßes gegen die Werberichtlinien der FIS. Eine Nachmessung des Logos zeigte, dass keine der Werbeflächen die Maximalgröße überschritt. Damit blieb es bei "Blech" für den Franzosen Jean-Luc Cretier.

stol/ds

stol