Freitag, 10. April 2015

Abschied von einer Basketballerin, die Amerika zum Weinen brachte

Lauren Hill hatte den Universitäts-Sportverband NCAA dazu gebracht, das Eröffnungsmatch der Basketballsaison ihres Teams vorzuverlegen, um mitspielen zu können - trotz ihres inoperablen Gehirntumors. "Erzählt von mir, dass ich dem Krebs gezeigt habe, wer das Kommando hat."

Ihr Schicksal hat viele US-Amerikaner tief bewegt: Lauren Hill ist am Freitag an einem Gehirntumor gestorben.
Ihr Schicksal hat viele US-Amerikaner tief bewegt: Lauren Hill ist am Freitag an einem Gehirntumor gestorben.

"We love Lauren, we love Lauren." Die ergreifenden Sprechchöre waren Amerikas Botschaft der Rührung und der Bewunderung für ein 18-jähriges Mädchen, das im November für sein letztes Basketballmatch am Spielfeld stand trotz einer grausamen Diagnose.

Lauren Hill hat es geschafft, ihren Traum zu verwirklichen und mit dem kleinen College Mount St. Joseph (Ohio) in der NCAA zu debüttieren, bevor sie am heutigen Freitag im Krankenhaus von Cincinnati den Kampf gegen eine seltene und inoperable Form von Gehirntumor verloren hat.

Das schreckliche Urteil der Ärzte war im Sommer gefallen, kurz nach Laurens 18. Geburtstag: DIPG, eine Diagnose, die Lauren nur noch wenige Lebensmonate ermöglichen sollte.

Lauren hat ihre Geschichte zu einem Vorbild der Hoffnung für Amerika gemacht: vom Einsatz für eine Spendensammlung zur Unterstützung der Forschung bis hin zum großen Traum, mit ihrem College einen Basketballmatch bestreiten zu können. 

Ein Korbwurf, der die USA bewegte

Im November hat die NCAA das Eröffnungsmatch von Laurens Teams vorverlegt, um ihr die Teilnahme zu ermöglichen, bevor die Kräfte weiter schwinden. In die Arena der Xavier University kam 10.000 Zuschauer, unter ihnen sogar einige NBA-Stars.

Die Begeisterung kannte keine Grenzen, als Lauren ihren ersten Korbwurf verwandelte (siehe YouTube-Video). Gegen Ende der Partie kam noch ein zweiter Korb hinzu.

Danach konnte Lauren noch vier weitere Partien bestreiten, bevor sie zur Assistenztrainerin ernannt wurde.

Ehrendoktortitel als Anerkennung für ihren Lebensmut

Im Februar hat ihr die Universität Mount St. Joseph einen Ehrendoktortitel verliehen. An eine kleine Frau, von der man aber sehr viel lernen könne.

Am Freitag ging nun die Meldung vom Tod von Lauren Hill um die Welt. Sie hat den Kampf gegen ihre Krankheit beendet - aber als Siegerin, wie sie wiederholt gebeten hatte, in Erinnerung zu bleiben: "Sagt von mir, dass ich eine Heldin war und dass ich dem Krebs gezeigt habe, wer das Kommando hat."

stol/ds 

stol