Dienstag, 10. November 2015

Alex Schwazer packt aus über russische Geher-Kollegen

Der gesperrte Geher-Olympiasieger Alex Schwazer aus Kalch hat bei der russischen Anti-Doping-Behörde ausgesagt und Namen seiner Meinung nach gedopter Athleten genannt. Dies hat Schwazer am Dienstag der Nachrichtenagentur Ansa bestätigt.

Immer wieder musste sich Alex Schwazer mit russischen Gehern messen, so wie hier bei der WM 2011 in Daegu mit Wladimir Kanajkin (links) und Waleri Bortschin, die am Ende einen Doppelsieg feierten. (Foto: FIDAL/Colombo)
Immer wieder musste sich Alex Schwazer mit russischen Gehern messen, so wie hier bei der WM 2011 in Daegu mit Wladimir Kanajkin (links) und Waleri Bortschin, die am Ende einen Doppelsieg feierten. (Foto: FIDAL/Colombo)

Alex Schwazer hat bei der russischen Anti-Doping-Behörde ausgesagt und Namen seiner Meinung nach gedopter Athleten genannt. Dies bestätigte Schwazer der italienischen Nachrichtenagentur Ansa in einem Interview am Dienstag. Anlass für das Interview waren die jüngsten schweren Dopingvorwürfe gegen den russischen Leichtathletikverband.

Verdacht seit 2008, Gewissheit seit 2011

„Seit 2011 hatte ich die Gewissheit, dass die russischen Geher gedopt waren, doch den Verdacht hatte ich schon seit 2008. Ich habe den russischen Anti-Doping-Ermittlern gesagt, was ich zu Russlands Gehern weiß“, meinte der gesperrte Kalcher, der vor dem 29. April 2016 keinen Wettkampf bestreiten darf. 

Mehrere russische Geher, die vom stark belasteten Coach Wiktor Tschegin trainiert wurden, hätten ihm gegenüber im Detail Dopingpraktiken zugegeben.

Schwazer hatte im vergangenen Dezember mit einem juristischen Vergleich mit den Bozner Justizbehörden ein gegen ihn eingeleitetes Verfahren beendet. Er einigte sich auf eine achtmonatige Haftstrafe auf Bewährung und eine Geldstrafe in Höhe von 6000 Euro.

Schwazer hofft auf Olympiastart

Schwazer, 2008 in Peking 50-km-Olympiasieger, wurde 2012 kurz vor den Spielen in London positiv auf EPO getestet. Der 29-Jährige hatte daraufhin seinen Rücktritt vom Leistungssport erklärt, versucht nun aber sich für die Olympischen Spiele in Rio de Janeiro zu qualifizieren. Dazu hat er nur eine einzige Gelegenheit und muss sich am 8. Mai 2016 beim Weltcup in russischen Cheboskary unter die besten Acht platzieren.

stol

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