Dienstag, 09. August 2016

Alle gegen weinende Dopingsünderin Jefimowa

Dopingsünderin Julija Jefimowa hat als Olympia-Zweite die Wut und Ablehnung der Schwimm-Welt zu spüren bekommen. Nach dem Rennen über 100 Meter Brust wurde die Russin im Becken von den Konkurrentinnen ignoriert, zuvor bekam sie am Montagabend (Ortszeit) bei ihrer Vorstellung Buhrufe und Pfiffe des Publikums zu hören.

Jefimowa hinter King: Die ausgebuhte Russin Julija Jefimowa (links) musste sich der Amerikanerin Lilly King (rechts) beugen.
Jefimowa hinter King: Die ausgebuhte Russin Julija Jefimowa (links) musste sich der Amerikanerin Lilly King (rechts) beugen. - Foto: © APA/AFP

Vom tags zuvor noch zur Schau gestellten Dauerlächeln war nichts mehr zu sehen, stattdessen weinte Jefimowa in den Armen eines russischen TV-Reporters. Und nachdem sie tapfer allen TV-Stationen Rede und Antwort gestanden hatte, vergoss sie in der Interviewzone bei der Ehefrau ihres Managers weitere Tränen. „Versuchen Sie mich zu verstehen und mich in meine Rolle hineinzuversetzen“, appellierte sie mit dünner Stimme an die Weltpresse.

Bei Olympiasiegerin Siegerin Lilly King (USA) durfte sie auf kein großes Mitgefühl hoffen. „Ich bin stolz, sauber zu schwimmen“, sagte die 19-jährige Amerikanerin. Auf die Frage, warum sie nicht Jefimowa gratuliert hatte, antwortete King kühl: „Wenn ich an ihrer Stelle gewesen wäre, würde ich darauf keinen großen Wert legen, wenn jemand nicht in den höchsten Tönen von mir spricht.“

Phelps: "Das kotzt mich an"

Auch Rekord-Olympionike Michael Phelps positionierte sich eindeutig gegen Jefimowa, die sich nach einer Doping-Sperre ihr Startrecht kurz vor den Spielen eingeklagt hatte. Es könne nicht sein, dass nach mehreren positiven Dopingtests Athleten wieder an Wettkämpfen teilnehmen dürften. „Das ist gegen alle Werte des Sports und das kotzt mich an“, sagte Phelps: „Das bricht mir das Herz.“

King vor Jefimowa und Meili

Lilly King hat in der Nacht auf Dienstag die brisante Olympia-Entscheidung über 100 Meter Brust gewonnen. Die Schwimmerin aus den USA gewann in 1.04,93 Minuten und schlug mehr als eine halbe Sekunde vor Julija Jefimowa an. Die Weltmeisterin aus Russland war wegen Dopings gesperrt und erkämpfte sich nach einem weiteren Ausschluss kurz vor den Spielen gerichtlich ihren Start. Hinter Jefimowa holte sich Kings Teamkollegin Katie Meili die Bronzemedaille.

dpa

stol