Donnerstag, 18. Juni 2015

Anna Fenninger bleibt im ÖSV nach Entschuldigung bei Schröcksnadel

Der Österreichische Skiverband (ÖSV) hat am Donnerstag auf einer Pressekonferenz in Wien bekannt gegeben, dass Ski-Superstar Anna Fenninger volles Mitglied im ÖSV bleibt.

Vorerst machen sie zusammen weiter: Anna Fenninger und Peter Schröcksnadel.
Vorerst machen sie zusammen weiter: Anna Fenninger und Peter Schröcksnadel. - Foto: © APA/EPA

Verbandspräsident Peter Schröcksnadel sagte, dass er sich am Vortag mit Fenninger zu einem klärenden Gespräch getroffen habe. Die Salzburgerin, die am Donnerstag 26 Jahre alt wird, habe sich bei ihm entschuldigt.

Vor diesem klärenden Gespräch schien selbst ein Karriereende der alpinen Skirennfahrerin aus Salzburg nicht ausgeschlossen.

Worüber streiten sich Olympiasiegerin Fenninger und der ÖSV?

Zusammengefasst geht es um die sportliche Betreuung, um das Recht, einen eigenen Manager zu haben, und um die Sponsoren der dreimaligen Weltmeisterin. Dem ÖSV passt es gar nicht, dass Fenninger vom Deutschen Klaus Kärcher vermarktet wird. ÖSV-Präsident Schröcksnadel kümmert sich für gewöhnlich selbst um die Werbeverträge der Stars.

 

ÖSV-Präsident Peter Schröcksnadel bei der Pressekonferenz am Donnerstag. Foto: APA

 

Fenninger hat das Gefühl, jahrelang „hintergangen“ worden zu sein, als Frau fühlt sie sich zudem nicht ernst genommen.

Was hat die jüngste Eskalation ausgelöst?

Wenige Tage nach einem als „Friedensgipfel“ verkauften Gespräch zwischen Vertretern des ÖSV und dem Management Fenningers veröffentlichte der Autohersteller Mercedes zu Wochenbeginn eine Werbekampagne mit der Sportlerin. Offizieller ÖSV-Partner ist Mercedes-Konkurrent Audi, der Verband fühlt sich „verarscht“. Fenningers Seite dagegen betont, es handele sich nicht um Sponsoring, sondern um eine Unterstützung für Fenningers Engagement zum Schutz von Geparden und der Laureus Stiftung – was bei dem Gespräch vergangene Woche durchaus thematisiert worden sei. Der ÖSV bestreitet das.

Wie hat Fenninger auf die Vorwürfe ihres Verbandes reagiert?

Zutiefst enttäuscht. „Leider können mit der Wahrheit manche nicht umgehen. Sie tun alles um mich fertig zu machen und sind am besten Weg dazu“, schrieb sie am Dienstagabend in einem langen Eintrag bei Facebook. Sie nannte zwar keinen einzigen Namen, aber ihre Botschaft in Richtung Schröcksnadel war auch so deutlich genug: „Das Ergebnis? Ein stolzer Tiroler, der die Hände nicht mehr runter bekommt.“

Interessant: US-Ski-Star Mikaela Shiffrin solidarisiert sich mit ihrer Kollegin aus Österreich. "Du bist eine wunderbare Sportlerin und ein ausgezeichnetes Vorbild", meint die Amerikanerin auf Facebook.

Würde Fenninger künftig für ein anderes Land starten?

Das hat die beste Skifahrerin Österreichs, die an diesem Donnerstag (18. Juni) 26 Jahre alt wird, immer wieder kategorisch ausgeschlossen. „Für mich gibt es nur eine Möglichkeit, an den Start zu gehen: Das ist für Österreich“, sagte Fenninger vor einem Monat mit Blick auf einen theoretisch denkbaren Nationenwechsel. Mit dem Karriereende hat sie ÖSV-Sportdirektor Hans Pum und seinem Präsidenten in einer E-Mail dagegen schon gedroht.

dpa

stol