Freitag, 03. März 2017

Aus für Weltmeister Großkreutz bei VfB Stuttgart

Der VfB Stuttgart beendet die Zusammenarbeit mit Kevin Großkreutz. Für den Aufstieg braucht der Verein Ruhe – und keine Negativ-Schlagzeilen wie durch Großkreutz' Prügelei. Der Nationalspieler will sich erst einmal vom Profi-Fußball zurückziehen und gesteht, "großen Mist gebaut" zu haben.

Kevin Großkreutz (rechts/mit Kevin Volland) beim Trainingslager der deutschen Nationalmannschaft 2014 im Passeier.
Kevin Großkreutz (rechts/mit Kevin Volland) beim Trainingslager der deutschen Nationalmannschaft 2014 im Passeier. - Foto: © LaPresse

Mit Tränen in den Augen akzeptierte Weltmeister Kevin Großkreutz das Aus beim VfB Stuttgart als drastische Konsequenz seiner Party-Laune. Emotional verabschiedete sich der frühere Nationalspieler vom VfB Stuttgart – und vorläufig auch von seiner Profi-Karriere. Sein nächtlicher Ausflug hat ihm seine Zukunft beim Zweitliga-Tabellenführer vermasselt. Der Club löste den Vertrag mit dem Rechtsverteidiger mit sofortiger Wirkung auf.

„Ich werde jetzt erstmal ruhiger machen“, sagte Großkreutz. Er wolle zunächst mit dem Profi-Fußball nichts zu tun haben. Sichtlich gezeichnet und mit einer grauen Mütze auf dem verletzten Kopf bezog Großkreutz am Freitag Stellung und konnte seine Gefühle nicht zurückhalten. Seine Stimme stockte, er weinte, mit der Hand fuhr er sich vors Gesicht. „Ich möchte nicht einfach so abhauen. Ich habe einen Fehler gemacht, der mir sehr leid tut“, sagte der 28-Jährige. „Ich habe mich mit dem Verein identifiziert. Trotzdem ist es jetzt so gekommen. Ich kann mich dafür nur entschuldigen.“

In der Nacht auf Dienstag war der Defensivspieler in einem Stuttgarter Ausgehviertel in eine Schlägerei geraten und hatte sich anschließend mit einer Kopfverletzung im Krankenhaus behandeln lassen müssen. Bei der nächtlichen Tour waren auch VfB-Nachwuchsspieler dabei. „Ich bin froh, dass ich hier bin überhaupt“, sagte Großkreutz.

Der VfB sei erleichtert, dass der Spieler keine langfristigen gesundheitlichen Schäden davongetragen habe, teilte der Club mit. Die Vorgänge konnten „aus Sicht des VfB Stuttgart nicht folgenlos bleiben“, sagte Sportvorstand Jan Schindelmeiser.

Details aus den Gesprächen mit Großkreutz und dessen Berater nannte er nicht. Darüber wurde Stillschweigen vereinbart. „Gerade die Spieler der ersten Mannschaft haben eine besondere Vorbildfunktion für den Verein im Allgemeinen und unsere Jugendspieler im Besonderen“, sagte Schindelmeiser. „Dieser Rolle ist er nicht gerecht geworden.“ Großkreutz wisse, dass er „großen Mist gebaut hat“.

Nach dem Abstieg mit dem VfB im Sommer hat der Absturz des Weltmeisters eine neue Dimension erreicht. Schon in der Vergangenheit haben ihm private Vorfälle zu schaffen gemacht. Zu seiner Glanzzeit bei Borussia Dortmund wurden ihm die weitgehend verziehen. Der VfB Stuttgart braucht für den angestrebten Aufstieg in die Bundesliga Ruhe und hatte jetzt genug.

dpa

stol