Bayern feiert Schweinsteiger, Werder schimpft auf den Schiedsrichter, Wolfsburg atmet auf und die Schalker Partynacht blieb ohne Folgen. Nach der erfolgreichen Abwechslung im DFB-Pokal wollen die mau in die Saison gestarteten Spitzenteams in der Liga aufholen. Wenig Grund zum Feiern hatten jedoch der SC Freiburg und Hertha BSC, für die in der zweiten Runde das überraschende Pokal-Aus kam. Nerlinger fordert neun Punkte aus nächsten drei SpielenBayern-Manager Christian Nerlinger schnürte nach dem Sieg gegen Bremen ein „Paket“ für die Aufgaben gegen Freiburg, Gladbach und Nürnberg: „Wir müssen in diesen drei Spielen neun Punkte machen – das ist absolute Pflicht.“ Beim nächsten Gegner Freiburg, gestern überraschend ausgeschieden, will man sich sofort rehabilitieren. Sie werden "eine Antwort auf dem Platz geben", kündigte Trainer Robin Dutt an. Allofs mit dickem HalsDank Doppeltorschütze Bastian Schweinsteiger konnte der 15-malige Pokalsieger München aufatmen. „Wenn er zu seinen spielerischen Qualitäten nun auch noch im Abschluss das nötige Glück hat, ist er absolute Weltklasse“, schwärmte Sportdirektor Nerlinger. Von Schwärmen konnte bei Werder Bremen nach der bitteren 1:2-Niederlage keine Rede sein. Die Hanseaten haderten mit dem Schiedsrichter, der Sebastian Prödl ein Tor aberkannte: „Ich hab' so einen Hals“, tobte Werder-Chef Klaus Allofs, „die Niederlage tut richtig weh.“Magath großväterlich gütigBalsam auf die geschundene Seele gab es beim FC Schalke, wo Coach Magath nach dem 1:0 beim FSV Frankfurt gar auf die angedrohte Strafe für seine „Party-Profis“ verzichtete. „Die Spieler haben eine gute Reaktion gezeigt. Ich war mit allen, die länger aus waren, zufrieden. Daher ist das Thema für mich erledigt“, sagte Magath. Mit einer Disco-Tour hatten einige Spieler am Wochenende für Aufsehen gesorgt. Doch dieses eine Mal zeigte sich der als „Quälix“ verschrieene Felix Magath ganz zahm.Auch Wolfsburg besser als zuletztFür das kriselnde Team aus Wolfsburg ist die „Woche der Wahrheit“ erfolgreich angelaufen. Nach dem 3:1-Erfolg beim Fünftligisten Victoria Hamburg soll nun in der Liga gegen Stuttgart nachgelegt werden. „Es war schon zu sehen, dass wir heute Gas gegeben und mit mehr Engagement gespielt haben“, sagte Nationalspieler Marcel Schäfer. „Die Spieler haben die Botschaft verstanden“, hofft Manager Dieter Hoeneß.Köln trotz Sieg in AufruhrWährend in der Autostadt erstmal Ruhe eingekehrt ist, brodelt und gärt es trotz des klaren 3:0-Sieges gegen 1860 München hinter den Kulissen in Köln weiter. „Michael Meier: Danke für nichts!!! Und tschüss!!!“ war auf Fan-Transparenten zu lesen. Der neue Trainer Frank Schaefer hofft indes auf eine Initialzündung: „Solche guten Ergebnisse können Prozesse in Gang setzen.“Cottbus und Koblenz feiernBei den Überraschungsteams aus Cottbus und Koblenz freut man sich indes auf das nächste Kapitel im Abenteuer Pokal: „So kann es weitergehen“, jubelte Energie-Verteidiger Alexander Bittroff nach dem 2:1 über den Bundesligisten SC Freiburg. „Ein Heimspiel und einen Gegner, der schlagbar ist“, wünscht sich Coach Claus-Dieter Wollitz im Achtelfinale.In Koblenz steht Manager Wolfgang Loos vor logistischen Problemen, er muss nach dem 2:1 über Hertha BSC und dem Einzug ins Achtelfinale die Weihnachtsfeier verschieben. „Das mache ich natürlich gern“, sagte Loos. Berlin-Coach Babbel meinte nach der ersten Saison- Niederlage in einem Pflichtspiel: „Ich hoffe, dass es für die Mannschaft ein Warnschuss zur rechten Zeit war.“dpa