Dienstag, 15. März 2016

Bayern vor Kampf gegen Juventus auf Attacke gepolt

Bayern München will sich im Achtelfinal-Rückspiel der Champions League gegen Juventus Turin am Mittwoch (20.45 Uhr, live ORFeins) nicht auf eine Zitterpartie einlassen. „Wir sind keine 0:0-Mannschaft“, erklärte Thomas Müller vor dem mit Spannung erwarteten Duell. Nach dem 2:2 im Hinspiel, als die lange Zeit bärenstarken Münchner in einer hochklassigen Partie einen 2:0-Vorsprung noch verspielten, würde ihnen in der Allianz Arena schon ein torloses Remis reichen.

Eine Szene vom Hinspiel Juve-Bayern: Andrea Barzagli musste aus nächster Nähe den Torjubel von Thomas Müller & Co. mitansehen.
Eine Szene vom Hinspiel Juve-Bayern: Andrea Barzagli musste aus nächster Nähe den Torjubel von Thomas Müller & Co. mitansehen. - Foto: © LaPresse

Im „Kampf der zwei Systeme“, wie Kapitän Philipp Lahm die wie ein vorweggenommenes Finale wirkende Kraftprobe zwischen dem dominant ausgerichteten FC Bayern und den auf Konter lauernden Defensivstrategen aus Turin betitelte, will der deutsche Rekordmeister aber ins Viertelfinale stürmen.

„Wir sind eine Mannschaft, die nach vorne spielt, die Tore schießen will“, stellte Lahm klar. „Wir sind nicht dafür bekannt, dass wir zuhause auf ein 0:0 spielen. Das ist auch nicht der Stil von Pep Guardiola. Wir werden sicherlich versuchen, die Entscheidung zu suchen“, meinte auch Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge. Gerade vor eigenem Publikum wollen die Bayern nichts anbrennen lassen. „Wir wissen, wie stark wir in der Allianz Arena sind“, sagte Lahm.

Bayern gewann 9 Champions-League-Heimspiele hintereinander

Die letzten neun Königsklassen-Heimspiele hat man gewonnen – und das mit dem beeindruckenden Torverhältnis von 36:4. Im Gegensatz zum Hinspiel sind nun auch die lange verletzt gewesenen Mario Götze und Franck Ribery wieder fit, womit Trainer Guardiola noch mehr Offensivwaffen im Talon hat. In der Abwehr dürfte Guardiola David Alaba, der laut Medienberichten vor einer Vertragsverlängerung beim deutschen Rekordmeister steht, wieder als linken Verteidiger aufbieten, nachdem im Zentrum zuletzt Joshua Kimmich und Mehdi Benatia die behelfsmäßige Erstbesetzung waren.

Doch die Bayern sind vor Juventus gewarnt. In der heimischen Serie A ist die Mannschaft von Trainer Massimilliano Allegri seit Oktober ungeschlagen und hat von den seither 19 Spielen 18 gewonnen. Guardiola hob in erster Linie die Defensivstärke der Italiener heraus, für die es gleichermaßen noch um das Triple aus Meisterschaft, Cup und Champions League geht. „Wir spielen gegen eines der besten Teams in Europa. Sie haben in den letzten zehn Spielen kein Tor bekommen, daher erwarten wir ein sehr kompliziertes und unangenehmes Spiel“, meinte der Spanier.

Juve will es wie Milan 2007 machen

„Es wird ein gewaltiger Kampf, wir fahren voller Enthusiasmus und fest entschlossen, die nächste Runde zu erreichen, nach München“, sagte Juve-Verteidiger Leonardo Bonucci. „Uns ist voll bewusst, wie stark sie sind, aber sie haben auch einige Schwachpunkte, die wir ausnützen wollen.“ Die Historie warnt die Bayern: 2007 schieden sie in der Königsklasse gegen den AC Milan nach einem 2:2 im Hinspiel auswärts aus, weil sie in München mit 0:2 verloren.

Bei den Bayern verpasste am Dienstag der verkühlte Arjen Robben das verschneite Abschlusstraining, sein Einsatz am Mittwochabend erscheint aber nicht gefährdet. Juve muss auf den angeschlagenen Angreifer Dybala und den verletzten Mittelfeldspieler Claudio Marchisio verzichten. Fraglich ist zudem der Einsatz von Abwehrchef Giorgio Chiellini und Stürmer Mario Mandzukic. „Totaler Notstand gegen Bayern“, schrieb „Tuttosport“ in reißerischer Manier.

Arsenal-Trainer Wenger vor Retourmatch in Barcelona im Mittelpunkt der Kritik

Bei Arsenal hält sich die Zuversicht vor dem Rückspiel in Barcelona (Hinspiel 0:2) in Grenzen. Nur die größten Optimisten glauben an eine Chance beim von Sieg zu Sieg eilenden Champions-League-Titelverteidiger. „Die Saison ist noch nicht vorbei. Wir können es uns nicht leisten, nach Barcelona zu fahren und das Spiel abzuschenken“, erklärte Innenverteidiger Per Mertesacker trotzdem. „Wir müssen attackieren und das ist die einzige Möglichkeit.“

Thema Nummer eins bei den Londonern ist derzeit Trainer Wenger, von dem sich immer mehr Fans abwenden. In der Premier League ist der Titel weit entfernt, und der historische Hattrick im FA-Cup hat sich auch erledigt. „Danke für die Erinnerungen, aber es Zeit, Goodbye zu sagen“, war kürzlich auf einem Plakat im heimischen Emirates Stadium zu lesen. In Medien wird spekuliert, dass der 66-jährige Franzose den Club demnächst vor Ablauf seines bis 2017 laufenden Vertrages verlassen könnte.

ManCity und Atletico am Dienstagabend im Vorteil

Bereits am Dienstagabend ab 20.45 Uhr gibt es zwei Achtelfinal-Retourspiele: Manchester City ist im Heimspiel gegen Dynamo Kiew der klare Favorit fürs Weiterkommen, gewannen die Briten doch bereits das Hinspiel in der Ukraine mit 3:1. Weit offener ist hingegen die Partie Atletico Madrid gegen PSV Eindhoven, auch wenn die Hausherren nach dem 0:0 im Hinspiel leicht im Vorteil sind.

apa/dpa/reuters

stol