Donnerstag, 05. Oktober 2017

"Bild": Jupp Heynckes wird wieder Bayern-Trainer

Nach dem Scheitern von Trainer Carlo Ancelotti hat sich der FC Bayern einem „Bild”-Bericht zufolge völlig überraschend für Jupp Heynckes als neuen Trainer entschieden. Der 72-Jährige soll den kriselnden Fußball-Rekordmeister bis zum Saisonende betreuen und zu alter Dominanz zurückführen. Eine Reaktion des Vereins auf die Meldung gab es zunächst nicht.

Der damalige Trainer des FC Bayern München, Jupp Heynckes, jubelt mit der Meisterschale am 11.05.2013 nach der Bundesligapartie FC Bayern München gegen FC Augsburg in München. - Foto: APA (dpa)
Der damalige Trainer des FC Bayern München, Jupp Heynckes, jubelt mit der Meisterschale am 11.05.2013 nach der Bundesligapartie FC Bayern München gegen FC Augsburg in München. - Foto: APA (dpa)

Eine Wahl pro Heynckes ist als klares Signal in Richtung Altbewährtem zu deuten. Der Ex-Profi und Weltmeister von 1974 trainierte die Münchner bereits dreimal, gewann bei seinem bis dato letzten Engagement das Triple aus Meisterschaft, Pokal und Champions League und ist eng mit Präsident Uli Hoeneß befreundet.

Dass Heynckes seit der Triple-Saison 2013 keinen Verein mehr betreut hatte, stört die Bosse beim Bundesliga-Titelverteidiger offenbar nicht so sehr wie die fehlende Bayern-Vergangenheit von Kandidaten wie Thomas Tuchel. Der ehemalige Dortmund-Coach galt als Favorit auf die Ancelotti-Nachfolge, konnte sich mit Bayern aber offenbar nicht einigen.

Nach 0:3 von Ancelotti getrennt 

Womöglich haben Hoeneß und Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge dem als zwischenmenschlich schwierig verschrienen Tuchel aber auch nicht zugetraut, die zuletzt unter Ancelotti entstandenen Missstimmungen in der Kabine aufzulösen. Heynckes wiederum kennt mehr als ein halbes Dutzend Profis noch von früher, darunter die zuletzt unzufriedenen Offensivspieler Arjen Robben, Franck Ribery und Thomas Müller.

Eine Entscheidung für Heynckes bis Saisonende nährt die Vermutung, dass Bayern im kommenden Sommer Julian Nagelsmann von der TSG 1899 Hoffenheim verpflichten will. Dieser hatte ein Engagement bei Bayern jüngst als Traum bezeichnet, war aktuell aber offenbar nicht zu bekommen. Die Wertschätzung von Vereinsboss Hoeneß ist seit langem gewiss.

Die Münchner hatten sich am vergangenen Donnerstag einen Tag nach dem 0:3 in der Champions League bei Paris Saint-Germain von Ancelotti getrennt und Co-Trainer Willy Sagnol interimsweise übernehmen lassen. Ob der Franzose im Trainerteam bleibt, war zunächst unklar.

apa/dpa

stol