Freitag, 29. Mai 2015

Blatter weiter Regent des Weltfußballs

Die turbulenten FIFA-Tage haben einen Sieger: Joseph Blatter. Trotz Korruptionsskandal und Rücktrittsforderungen aus Sport wie Politik bleibt der Schweizer Präsident des Fußball-Weltverbandes – allerdings als Chef mit Kratzern.

Foto: © APA/EPA

Joseph Blatter bleibt der Herrscher der Fußball-Welt. Doch sein Thron hat kräftig gewackelt. Mit seinem untrüglichen Machtinstinkt hat der heftig kritisierte FIFA-Präsident nach dem jüngsten Skandal alle Angriffe abgewehrt.

Nach einem denkwürdigen Kongress inklusive Bombendrohung geht er in seine fünfte Amtszeit beim schlingernden Weltverband. „Die FIFA der Zukunft muss ihre Rolle spielen, die Rolle der Einheit“, rief Blatter den Delegierten aus den 209 Mitgliedsländern zu, die er nun für vier weitere Jahre anführen kann. Seine Wahl wurde von vielen Delegierten mit Jubel quittiert.

Prinz Ali verzichtet

Der 79 Jahre alte Schweizer wurde am Freitag beim FIFA-Kongress im Hallenstadion von Zürich trotz des massiven Korruptionsskandals um führende Mitglieder seiner Fußball-Regierung mit 133:73 Stimmen gegen seinen einzigen Herausforderer Prinz Ali bin al-Hussein gewählt. Ein eigentlich nötiger zweiter Wahlgang wurde gestrichen, da der Jordanier auf diesen verzichtete.

Für Blatter gab es in der geheimen Abstimmung die zweitmeisten Gegenstimmen seiner jetzt schon 17 Jahre währenden Regentschaft – die ihm selbst „ganz kurz vorkommt“. „Fußball gibt Emotionen und Hoffnungen. Die müssen bestehenbleiben – auch für uns“, sagte Blatter. „Wir müssen unser Image wieder verbessern. Morgen müssen wir damit anfangen.“

dpa

stol