Samstag, 04. Juni 2016

Boxlegende Muhammad Ali gestorben

Die Boxlegende Muhammad Ali ist am Freitag (Ortszeit) in Phoenix, im US-Bundesstaat Arizona, gestorben.

Foto: © APA/AFP

Das teilte seine Familie in einer Erklärung mit. „Nach einem 32-jährigen Kampf gegen die Parkinson-Krankheit ist Muhammad Ali im Alter von 74 gestorben“, sagte sein Sprecher Bob Gunnell. Auf der offiziellen Twitter-Seite wurde ein Foto Alis mit dem Zusatz „1942 – 2016“ veröffentlicht.

Bereits am Donnerstag wegen Atemproblemen in Behandlung

Der dreimalige Schwergewichtsweltmeister war am Donnerstag wegen Atemproblemen in das Krankenhaus eingeliefert worden. Sein Sprecher sagte daraufhin, er werde von einem Ärzteteam betreut und befinde sich in guter Verfassung. Es sei mit einem kurzen Krankenhausaufenthalt zu rechnen.

Der an Parkinson leidende Ali, dreifacher Weltmeister im Schwergewicht und Olympiasieger im Halbschwergewicht, hatte seine Karriere im Jahr 1981 beendet. In den vergangenen Jahren war er wegen gesundheitlicher Beschwerden mehrfach im Krankenhaus behandelt worden, darunter zweimal im Jahr 2014 und einmal im vergangenen Jahr.

Tyson: "Gott hat sich seinen Champion geholt"

In den sozialen Medien ist die Anteilnahme am Tod Alis groß. Auch mehrere Prominente haben ihre Trauer öffentlich bekundet. So schrieb etwas der ehemalige Schwergewichtsweltmeister Mike Tyson auf Twitter: "Gott hat sich seinen Champion geholt. Auf bald, Großer."

Seine größten Kämpfe: ein Überblick

5. September 1960, Rom: Cassius Clay wird mit einem Punktsieg über Zbigniew Pietrzykowski (Polen) Olympia-Sieger im Halbschwergewicht. Es ist sein letzter von 108 Amateurkämpfen, von denen er nur acht verlor.

25. Februar 1964, Miami Beach: Cassius Clay gewinnt mit einem K. O.-Sieg in der achten Runde über Sonny Liston (USA) erstmals den WM-Titel. „Ich bin der Größte. Ich bin der Schönste“, tönt er und tritt wenig später zum Islam über.

9. Oktober 1966, Waldstadion Frankfurt: Vor 35.000 Zuschauern verteidigt Ali gegen Europameister Karl Mildenberger (Deutschland) seinen WM-Gürtel. Anschließend gesteht er, dass sei sein schwerster Kampf seit dem Titelgewinn gegen Sonny Liston gewesen.

8. März 1971, Madison Square Garden New York: Ali kassiert gegen Joe Frazier im Kampf um die WM-Gürtel von WBA und WBC die erste Niederlage in seiner Profikarriere. Im „Kampf des Jahrhunderts“ schlägt Frazier seinen Widerpart in der 15. und letzten Runde mit einem linken Haken zu Boden. Die beiden Boxer bekommen Rekordbörsen von jeweils 2,5 Millionen Dollar.

26. Dezember 1971, Hallenstadion Zürich: Muhammad Ali schlägt den Deutschen Jürgen Blin in der siebenten Runde k. o. „Sportlich war der Kampf nicht viel wert. Ich wusste genau, dass ich keine Chance habe“, sagt Blin später.

30. Oktober 1974, Kinshasa: Im legendären „Rumble in the Jungle“ erkämpft sich Ali gegen George Foreman in Kinshasa durch K. O. in der 8. Runde die WM-Titel der WBA und WBC zurück – mit völlig neuer, defensiver Taktik. Er durchbricht als zweiter Profi nach Floyd Patterson das eherne Gesetz „They never come back“.

1. Oktober 1975, Manila: Muhammad Ali bezwingt Joe Frazier im „Thrilla in Manila“ durch Aufgabe nach der 14. Runde. 28.000 Zuschauer im prall gefüllten Araneta Coliseum werden Zeugen der wohl größten Schlacht im Ring der Boxgeschichte.

apa/afp/dpa/stol

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