Freitag, 08. Juli 2016

Brandstätter: Wir kämpfen weiter für Olympia

Gerhard Brandstätter sagt: „Endlich ging etwas einmal schnell. Endlich haben wir etwas zum Anfechten.“ Am Freitag wurde sein Mandant, der Geher Alex Schwazer, nach positiver B-Probe vom internationalen Leichtathletikverband suspendiert. Brandstätter will sofort dagegen vorgehen. "Wir kämpfen weiter für Olympia."

Gerhard Brandstätter, Anwalt von Alex Schwazer
Gerhard Brandstätter, Anwalt von Alex Schwazer - Foto: © D

„Wir werden die Entscheidung sofort am Montag vor dem Sportgericht anfechten“, sagt Gerhard Brandstätter, als ihn STOL am Freitagnachmittag erreicht. Brandstätter ist soeben in Verona gelandet. Die Nachricht, dass der internationale Leichtathletikverband IAAF seinen Mandanten suspendiert hat, hat er eben erst gehört (hier geht’s zum Artikel).

Die Anfechtung nimmt Brandstätter voller Engagement in Angriff. „Wir fühlen uns bestärkt durch den Fakt, dass verschiedene Sachverständige – auch externe – bestätigen, dass die gesamten Profile, die gesamten Werte von Alex der Beweis für ein Anti-Doping-Verhalten sind.“

Brandstätter bezieht sich dabei auf „alle anderen Dopingtests der vergangenen Jahre“. Diese seien allesamt „perfekt“ gewesen, sagte er vor einer Woche zur italienischen Nachrichtenagentur Ansa. Brandstätter spricht von „12 perfekten Monaten – außer einem, der seltsam war“.

Alex Schwazer war am 1. Januar 2016 in Sterzing einer Dopingprobe unterzogen worden. Vor eineinhalb Wochen wurde bekannt, dass in der Urinprobe synthethisches Testosteron nachgewiesen worden war. 

„Externe Einmischung“

„Nach dem suspekten Test von Jänner“, sagt Brandstätter, „gibt es nichts, was auch nur im Entferntesten an ein Doping-Verhalten denken ließe.“ Und mehr noch: „Der suspekte Test von Jänner ist sicher extern begründet.“ Hinter der positiven Doping-Probe von Schwazer vermutet Brandstätter eine „schwerwiegende, externe Einmischung“.

Brandstätter hofft auf ein Schnellverfahren

„Nun hoffen wir, dass das zuständige Gericht in einem Schnellverfahren so befindet, wie alle Fachleute“, so Brandstätter zu Südtirol Online. Ob das Sportgericht in der Kürze der Zeit – die Olympischen Sommerspiele werden am 5. August eröffnet – eine Anhörung ansetzt und eine Entscheidung fällt, ist allerdings fraglich. Brandstätter gibt sich dennoch optimistisch: „Wir hoffen, dass wir noch in der nächsten Woche eine Dringlichkeitsanhörung und eine Entscheidung bekommen. Wir kämpfen für Olympia. Mehr können wir nicht tun.“

stol/pg

stol