Die Fans verlangen vom fünffachen Titelträger nicht mehr und nicht weniger als die „Hexa“, den sechsten Endrunden-Triumph.Seit 2002 wartet die stolze „Selecao“ vergeblich auf einen WM-Gewinn. Zuletzt war für die erfolgsverwöhnten Samba-Kicker zweimal im Viertelfinale Endstation. Diesmal soll es aber bis ins Finale am 13. Juli im Maracana von Rio de Janeiro gehen.Die Chancen dafür scheinen nicht schlecht zu stehen. Die Brasilianer präsentierten sich in den jüngsten Testspielen in starker Verfassung, verfügen über eine äußerst kompakte Defensive und mit Neymar über einen echten Kapazunder an vorderster Front. Obwohl der Angreifer in seiner ersten Saison beim FC Barcelona zumeist enttäuschte, zeigte er im Nationalteam regelmäßig Top-Leistungen, so auch beim Gewinn des Confederations Cups im Vorjahr.Endspiel-Konkurrenten waren damals die Spanier, die auch diesmal zu den größten Herausforderern der Hausherren zählen dürften. Der Titelverteidiger trifft bereits in der Gruppenphase auf den WM-2010-Finalgegner Niederlande und könnte es schon im Achtelfinale mit Brasilien zu tun bekommen.Dies ist aber nicht der einzige Grund, warum die spanische Hegemonie nach einem WM- und zwei EM-Titeln in Südamerika zu Ende gehen könnte. Schlüsselspieler sind entweder in die Jahre gekommen (Xavi, David Villa), gar nicht mehr dabei (Carles Puyol), von hartnäckigen Formkrisen betroffen (Cesc Fabregas, Fernando Torres) oder seit Monaten nicht wirklich fit (David Silva).Dazu kommt, dass das auf Ballbesitz ausgelegte „tiqui-taqa“ der spanischen Nationalmannschaft nicht mehr „State of the Art“ im modernen Fußball sein dürfte.Indizien dafür sind etwa der Niedergang des FC Barcelona, der nach wie vor das Grundgerüst der „Furia Roja“ stellt, und der gleichzeitige Aufstieg von Mannschaften mit blitzschnellem Umschaltverhalten wie Real Madrid oder Borussia Dortmund.Den schnellen Weg zum Torabschluss sucht zumeist auch die deutsche Nationalmannschaft, die traditionell als Mitfavorit zu einem Turnier reist – seit dem EM-Titel 1996 aber ständig gescheitert ist. Die 18-jährige Durststrecke soll nun ein Ende haben, obwohl noch nie eine europäische Mannschaft in Südamerika einen WM-Titel holte.Diese Serie könnte allerdings auch von den Teams aus Italien, Frankreich oder den Niederlanden beendet werden, denen ebenfalls Siegchancen eingeräumt werden. Nur als Außenseiter geht Russland ins Rennen.Südamerikas zweites heißes Eisen im Feuer heißt Argentinien. Prunkstück der „Albiceleste“ ist die herausragende Angriffsformation mit Sergio Aguero, Lionel Messi, Gonzalo Higuain und Angel di Maria. Zur Achillesferse könnten jedoch die eklatante Schwächen in der Defensive werden.Über eine im Abwehrverhalten kompaktere Mannschaft verfügt Uruguay, zudem kann der WM-Vierte von 2010 auf das Weltklasse-Sturmduo Luis Suarez/Edinson Cavani bauen. Die große Unbekannte sind wieder einmal die Teams aus Afrika. Ghana, Nigeria, die Elfenbeinküste und Kamerun haben großes Potenzial, konnten es bei Weltmeisterschaften bisher aber zumeist nicht umsetzen.apa