Mit einem 2:1 in Salzburg entführten die Wiener erstmals in ihrer Geschichte auf sportlichem Weg einen Play-off-Sieg aus der Mozartstadt und glichen die „best of seven“-Serie auf 2:2 aus. Auch im zweiten Semifinale zwischen Meister Linz und dem KAC ist alles offen. Beim 4:2 der Klagenfurter setzte sich in der Serie programmgemäß der Hausherr durch. Am Freitag (19.30) stehen die Spiele fünf in den Duellen an.Für die Capitals machte es im 15. Play-off-Auftritt in Salzburg der Kapitän persönlich. Jonathan Ferland war in Vertretung des verletzten Benoit Gratton 2:34 Minuten vor der Schlusssirene zur Stelle. Ein Sieg im Volksgarten war den „Caps“ zuvor nur 2006 durch eine Strafverifizierung gelungen. Die damalige Halbfinal-Serie ging für die Wiener dennoch 1:4 verloren.Ein wohl entscheidender Rückstand drohte dem Sieger des Grunddurchgangs vor Spiel vier erneut. Die Reaktion auf die Heimpleite am Sonntag war aber erfolgsbringend. Trotz eines raschen Gegentreffers überzeugten die Gäste mit Einsatz und der nötigen Aggressivität. Ferland veranschaulichte die Entschlossenheit der Capitals bereits nach wenigen Minuten: Bei einem harten Check gegen Rob Schremp kam der Kanadier ungeschoren davon.„In solchen Spielen ist man manchmal auf der einen Seite, manchmal auf der anderen. Heute waren wir die Sieger. Wir waren aber auch großteils aggressiver, ich bin sehr zufrieden. Zuletzt war ich das nicht“, erklärte Capitals-Coach Tommy Samuelsson. In Kagran darf der Schwede mit seinem Team auf ein ausverkauftes Haus zählen.Mit der Niederlage gar nicht viel beschäftigen wollte sich Pierre Page. Salzburgs Head Coach ließ jedoch mit der Aussage aufhorchen, dass sein Team „wieder mehr Respekt vor dem Gegner zeigen muss“. Der Kanadier rief das Viertelfinale gegen Zagreb ins Gedächtnis. „Wir haben da zwar viel gelernt, aber offenbar nicht noch nicht genug. Gegen die Capitals ist es ein Spiegelbild der Serie: Das erste und vierte Spiel war das schlechteste, die haben wir auch verloren.“Am Freitag soll bei Salzburg auch wieder Rob Davison aufs Eis kommen. Der Verteidiger stand am Dienstag trotz abgelaufener Sperre nicht im Aufgebot.Auch in Linz macht sich der spannende Vergleich mit dem KAC bemerkbar. Bereits am Mittwochvormittag vermeldeten die Black Wings das kommende Heimspiel als ausverkauft. Geht es nach der Papierform, dürfen sich die oberösterreichischen Fans freuen. In den bisherigen Halbfinal-Partien gewann jeweils das Heimteam. Überhaupt hat seit dem 7. September 2012, als der KAC in der Stahlstadt 2:1 gewann, in den jüngsten neun Duellen jeweils der Gastgeber obsiegt.Am Dienstag hielt der Titelverteidiger die Partie dank Goalie David LeNeveu aber lange Zeit offen. Das 3:2 des KAC durch Jamie Lundmark gelang erst in Minute 56, ehe Thomas Koch noch ins leere Tor traf. „Wir haben eine gute Leistung abgeliefert. Aber im Play-off zählt das leider nicht“, sprach der Linzer ÖEHV-Teamstürmer Gregor Baumgartner wahre Worte.Der KAC zeigte sich nach nur fünf Toren in den ersten drei Halbfinali endlich auch offensiv erfolgreich. Daran wollen die „Rotjacken“ von Head Coach Christer Olsson anknüpfen. In den vergangenen beiden Partien war jeweils nur ein Treffer in der Linzer EisArena gelungen.apa