In London treffen mit Arsenal und dem FC Barcelona (20.45 Uhr/live ORF 1 und Sky) die Finalisten von 2006 (in Paris 1:2) aufeinander.Für die Katalanen steht besonders viel auf dem Spiel, wollen sie doch ihr Vorhaben, als erster Verein in der seit 1992/93 bestehenden „Millionenliga“ den Titel erfolgreich zu verteidigen, fortsetzen. Barca hat durch das Out des Erzrivalen Real Madrid einen zusätzlicher Ansporn erhalten, denn das heurige Endspiel geht ausgerechnet am 22. Mai im Santiago Bernabeu, der Heimstätte des „Weißen Balletts“, über die Bühne.Die „Kanoniere“ müssen vor allem trachten, wie sie die Kreise des überragenden Lionel Messi, der derzeit sowohl als Einfädler als auch als Vollstrecker besticht, stören können. „Eine Mann-Deckung kann funktionieren, aber gegen außergewöhnliche Teams wie Barca müsste man zwei oder drei Leute an die Kette legen. Daraus würden sich jedoch in den eigenen Reihen Probleme ergeben“, meinte Arsenal-Coach Arsene Wenger.Über Andres Iniesta muss sich der Elsässer keine Gedanken machen, denn der spanische Europameister ist wegen eines Muskelfaserrisses von der Stammelf ebenso außer Gefecht wie der verletzte Abidal. Aber es bleiben noch immer genügend Fixgrößen übrig, ist Barca nicht nur von Messi allein abhängig. Zlatan Ibrahimovic harmoniert zum Beispiel in vorderster Front mit dem Argentinier immer besser.Eine Reise in die Vergangenheit wird es für Thierry Henry, der zwischen 1999 und 2007 mit 226 Toren in 369 Matches zum erfolgreichsten Gunners-Stürmer avancierte. „Wenn ich eingesetzt werde, gebe ich alles. Es wäre aber sicher ein sehr komisches Gefühl, den Rasen in einem anderen Dress zu betreten“, sagte der Franzose. Den umgekehrten Weg, von Barcelona zu Arsenal, ging 2003 Cesc Fabregas. Der Spanier, dessen Einsatz fraglich ist (Schienbein/Oberschenkel), soll heimgeholt werden, was der Europameister aber nicht möchte.Das ist Zukunftsmusik, letztlich vielleicht auch eine Frage des Geldes. Die Gegenwart heißt Champions League. „Im Finish des Bewerbes gibt es keine Erschöpfung. Das ist eher etwas, das man in der ersten Hälfte des Europacups spürt, wenn man noch mit der Erinnerung an den vergangenen Triumph lebt“, meinte Barca-Feldherr Pep Guardiola. Spannung scheint jedenfalls garantiert. Ob es auch zu einem Offensiv-Spektakel wird, ist hingegen nicht so sicher.In der zweiten Mittwoch-Partie gilt Inter Mailand, das erstmals seit 2003 wieder ins Semifinale einziehen will und den ersten Triumph im wichtigsten Europacup seit 1965 herbeisehnt, gegen ZSKA Moskau in San Siro als Favorit. Nerazzurri-Trainer Jose Mourinho hat mit dem Einzug ins Semifinale schon Erfahrung, gelang ihm dies doch mit dem FC Porto (2004) und Chelsea FC (2005, 2006) dreimal. Aber leicht wird es für den Chelsea-Bezwinger (Achtelfinale) sicher nicht, obwohl ZSKA erstmals seit 17 Jahren in einem Europacup-Viertelfinale steht.„Alle drei Tage zu spielen, ist nicht leicht, aber unsere Gier nach Erfolg ist stärker als unsere Müdigkeit. Jedes Match ist hart, wir dürfen keinen Gegner unterschätzen“, sagte Inters führender Torschütze Diego Milito. ZSKA-Verteidiger Wassilij Beresutskij hofft, dass Inter seine Mannschaft nicht so ernst nimmt und meint: „Der FC Sevilla hat das gegen uns auch so gemacht und wo ist er jetzt? Inter soll sich schon im Semifinale wähnen, das ist gut so.“ Die Russen haben zuletzt in Sevilla 2:1 gewonnen und davor in der Gruppenphase in Old Trafford gegen ManU immerhin ein 3:3 geholt.apa/reuters