Aksel Lund Svindal suchte gleich nach seinem vergeblichen Angriff auf die Trainingsbestzeit von Bode Miller das Gespräch. Die beiden Gold-Favoriten des olympischen Abfahrts-Spektakels unterhielten sich am Samstag kurz im Zielraum.„Ich bin beeindruckt von Bode“, gestand Svindal später. „Er ist der beste Skifahrer auf diesem Berg und sieht wie der Favorit aus. Aber es gibt auch noch mich und zwei, drei andere, die ihn schlagen können.“Nach drei Tagen des Trainings in den Bergen von Sotschi können die Alpin-Stars die erste von zehn Entscheidungen im „Rosa Chutor“-Alpinzentrum kaum noch erwarten.Es war ein weiteres Zeichen der Stärke, das Miller vor dem Showdown in der alpinen Königsdisziplin an die Konkurrenz sandte. Bestzeit im ersten Training, Rang sechs im zweiten Lauf beim Versuch einer anderen Linie. Und nun lag der Amerikaner wieder mit 0,66 Sekunden vorn, vor dem Norweger Svindal und dem Italiener Peter Fill."Hoffe unschlagbar zu sein"Der 36-jährige Miller wünscht sich gerade nach seinem verpassten Kitzbühel-Triumph so sehnsüchtig olympisches Gold in der Schussfahrt. Eiskalt präsentierte er sich bei seinen Fahrten, cool auch in den Interviews.Als er gefragt wurde, ob er denn am Sonntag (8.00 Uhr MEZ) unschlagbar sei, antworte der viermalige Weltmeister ohne Regung. „Das hoffe ich. Das ist die Idee, unschlagbar zu sein“, erklärte der fünfmalige Olympia-Teilnehmer. „Aber ein Rennen ist immer etwas anderes als Training.“Miller gab ziemlich Gas, aber wie viele andere Abfahrer legte noch keiner die Karten wirklich auf den Tisch. Matthias Mayer, Trainingsbester am Freitag, schwang vorzeitig ab.Landsmann Max Franz verlangsamte im unteren Streckenteil und zeigte bei einem Sprung sogar einen Freestyle-Trick. Allerdings gab es auch den einen oder anderen Sturz. Wenn man nicht total fokussiert sei und Acht gebe, könne man sich bei diesem Kurs schwer verletzen, warnte Miller, Kombinations-Olympiasieger von Vancouver.Svindal zuversichtlichAuch Svindal wies auf die große Olympia-Herausforderung hin. „Das ist eine der anspruchsvollsten Strecken in diesem Jahr“, erklärte der Super-G-Olympiasieger.Er unterstrich seine Stärke nicht nur bei den Trainingsauftritten. Auch schon beim Einmarsch der Nationen strahlte er jede Menge Zuversicht aus. Die Fahne, von den meisten Sportlern mit zwei Händen getragen, schwenkte der Abfahrts-Weltmeister einhändig durch die Gegend, als ob dies das Selbstverständlichste wäre. Power pur.Südtiroler Medaillenanwärter Um eine Medaille kämpfen wollen auch die Südtiroler. Während vor allem Peter Fill und Werner Heel im Abschlusstraining überzeugten, wurde der Ultner Dominik Paris abgeschlagener 18. Der Gaiser Christof Innerhofer schied aus. „Auch heute habe ich nur einen Teil der Strecke getestet. Aber das haben viele andere auch gemacht. Miller hat nochmal einen draufgelegt, aber es steckt viel Strategie dahinter. Die Piste gefällt mir sehr gut und passt auch gut zu meinen Eigenschaften. Morgen muss man einfach sein Bestes geben und dann wird sich schon zeigen, wer der Schnellste ist,“ so Innerhofer. dpa/stol__________________________________________________________Die Stimmen der Südtiroler zum Abschlusstraining gibt es auf sportnews.bz.