Samstag, 02. Juli 2016

Deutschland gewinnt denkwürdigen Elfmeterkrimi

Fußball-Weltmeister Deutschland hat sein Italien-Trauma überwunden. Die Deutschen rangen ihren Angstgegner am Samstag im Viertelfinale der EM in Frankreich in einem völlig verrückten Elfmeterschießen mit 6:5 nieder.

Die DFB-Mannschaft feierte ausgelassen ihren Sieg im Elfmeterschießen.
Die DFB-Mannschaft feierte ausgelassen ihren Sieg im Elfmeterschießen. - Foto: © APA/AFP

Erst der 18. Versuch durch Jonas Hector brachte in Bordeaux die Entscheidung. Gleich vier Schützen der Italiener waren davor gescheitert, bei den Deutschen waren es deren drei.

Nach 120 Minuten war es in einem von Taktik geprägten Schlager 1:1 (1:1) gestanden. Mesut Özil hatte die Deutschen vor 38.764 Zuschauern in Führung gebracht (65.), den Italienern gelang durch einen Elfmeter von Leonardo Bonucci aber noch der Ausgleich (78.). Deutschlands Abwehrchef Jerome Boateng hatte ihn mit einem unnötigen Handspiel im Strafraum ermöglicht.

Die Topstars vergeben den Elfmeter

Das Elfmeterschießen wurde dann zu einem Nervenkrimi. Mit dem unmittelbar davor eingewechselten Simone Zaza, Graziano Pelle und Bonucci vergaben gleich drei der ersten fünf italienischen Schützen.

Allerdings trafen bei den Deutschen auch Thomas Müller, Mesut Özil und Bastian Schweinsteiger, der den ersten Matchball ausließ, nicht vom Punkt. Nachdem schließlich auch noch Matteo Darmian an Deutschlands Torhüter Manuel Neuer gescheitert war, traf Hector.

Deutschland trifft nun auf Frankreich oder Island

Die Deutschen treffen nun im EM-Halbfinale am Donnerstag in Marseille auf den Sieger des letzten Viertelfinales zwischen Gastgeber Frankreich und Außenseiter Island. Bei der EM 2012 war das DFB-Team den Italienern im Halbfinale noch mit 1:2 unterlegen. Nun war für die „Azzurri“, die im Achtelfinale noch Titelverteidiger Spanien (2:0) eliminiert hatten, auf bittere Art und Weise Endstation.

Löw stellte auf Dreierkette um

Joachim Löw hatte Feuer mit Feuer bekämpft. Deutschlands Teamchef stellte seine Defensive gegen das 3-5-2 der Italiener ebenfalls von einer Vierer- auf eine Dreierkette um. Das hatte schon bei einem Test im März (4:1) funktioniert. Anstelle des im Achtelfinale gegen die Slowakei (3:0) starken Offensivmannes Julian Draxler rückte mit Benedikt Höwedes ein dritter Innenverteidiger ins Team.

apa

stol