Dopingfall Dürr: Nur wenige Stunden nach einem der erfolgreichsten Tage der ÖOC-Geschichte mit fünf Medaillen traf es die österreichische Sportwelt wie ein Keulenschlag: Langläufer Johannes Dürr, der in Antholz lebt, hatte einen positiven A-Test auf das Blutdopinghormon Erythropoetin (EPO) abgegeben. Noch in der letzten Olympia-Nacht auf Sonntag wurde ihm vor seinem 50-km-Einsatz vom ÖOC die Akkreditierung entzogen und er noch am Vormittag nach Hause geschickt.Preisrichter: „Fassungslos“ war die zweifache deutsche Olympiasiegerin Katarina Witt nach der Entscheidung im Damen-Bewerb. Witt und viele Experten hatten die Südkoreanerin Kim Yu-Na klar besser gesehen als die russische Siegerin Adelina Sotnikowa. Die Entscheidung sorgte für weltweite Empörung und setzte den internationalen Verband unter Druck, das Preisgericht wieder zu reformieren.Sbornaja: Die russische Eishockey-Nationalmannschaft sollte am Schlusstag aus Sicht der Gastgeber für die Krönung sorgen und das prestigeträchtigste Gold holen. Doch die Truppe um Superstar Alexander Owetschkin enttäuschte bei Olympia neuerlich und schied bereits im Viertelfinale gegen Finnland aus.Baustellen: Erd- und Schotterhaufen, Eisenteile, Löcher – abseits der Sportstätten und Straßen ist Krasnaja Poljana immer noch eine große Baustelle. Wenn wenigstens Schnee liegen würde, der den ärgsten Schmutz zudeckt. Die Fassaden sind schön, aber unfertig eingerichtete Hotels und unzureichendes Service (kein warmes Wasser, keine Heizung) kosteten den früh angereisten Medienvertretern viele Nerven. Schön langsam wird's aber, schön langsam gehen die Spiele aber auch zu Ende.Shaun White: Für den Snowboard-Superstar aus den USA war der Auftritt in Sotschi eine demütigende Erfahrung. Der Halfpipe-Olympia-Sieger von 2006 und 2010 verzichtete wegen des gefährlichen Kurses auf den Slopestyle-Bewerb. In der Halfpipe patzte der Kalifornier und stürzte aus den Medaillenrängen auf Platz vier ab.Nächtliche Eskapade: Die Niederlage im Viertelfinal-Play-off des Eishockey-Turniers gegen Slowenien hatte für die Österreicher einen schlechten Beigeschmack. Zwei Tage vor dem Spiel hatten einige Teamspieler im Österreich-Haus und danach in einem Club zu lange und intensiv den Sieg über Norwegen gefeiert. Ob das der Grund für den schwachen Auftritt bei der 0:4-Niederlage war? Die drei NHL-Spieler Thomas Vanek, Michael Grabner und Michael Raffl, die unprofessionelles Verhalten zugaben, sagen Nein. Jedenfalls vergab die ÖEHV-Auswahl gegen einen Gegner auf Augenhöhe mit einer ganz schwachen Leistung die Chance, erstmals in der Geschichte ins Viertelfinale vorzustoßen.Später Beginn im Skispringen: 21.30 Uhr Ortszeit für Training und Bewerbe. Die Skispringer waren über die nächtlichen Termin-Ansetzungen alles andere als glücklich. Erst weit nach Mitternacht erfolgte die Rückkehr in das Quartier, auch für die Zuschauer im Stadion war das alles andere als angenehm.Unruhe bei den Skispringern: Eine Diskussion über die nicht erfolgte Mitnahme des Heimtrainers von Gregor Schlierenzauer, Markus Maurberger, hat nur knapp zwei Tage vor Beginn der Großschanzen-Bewerbe für Unruhe im „Adler-Horst“ gesorgt. Auch der umstrittene Aufenthalt samt Fotos von ÖSV-Entwicklungs-Chef Toni Giger auf dem Schanzenturm hat einen etwas schalen Geschmack hinterlassen.Harsche ÖSV-Kritik an Snowboardern: Weniger die Kritik selbst, aber der Zeitpunkt der scharfen Worte des ÖSV-Präsidenten Peter Schröcksnadel über die unprofessionelle Arbeit im Snowboardlager am Tag vor den letzten Boarder-Bewerben fand so mancher unangebracht. Die Snowboarder antworteten am Samstag in den Parallel-Slalom-Bewerben mit Gold durch Julia Dujmovits und Bronze durch Benjamin Karl sportlich.Sara Takanashi: Der enorme Mediendruck auf die haushohe Favoritin aus Japan machte sich bemerkbar. Die erst 17-jährige Dominatorin der bisherigen Weltcup-Saison bei den Skispringerinnen scheiterte an den hohen Erwartungen und wohl auch an den sie ständig verfolgenden Kamerateams. Rang vier war eine Riesen-Enttäuschung für die kleine Dame.apa