Freitag, 20. Januar 2017

Die „schwierigste und brutalste Strecke“ wartet

Die Abfahrt auf der Streif in Kitzbühel ist das brutalste Skirennen der Welt. Aber: Die Hausherren sind unmittelbar vor dem Klassiker etwas betrübt. Jene Disziplin, die einst als liebste Spielwiese der ÖSV-Herren galt, ist fest in norwegischer Hand. Heute steht der Super-G (11.30 Uhr) an.

Strahlender Schnee, strahlend schöner Himmel, eisige Streif: Kitzbühel ist angerichtet.
Strahlender Schnee, strahlend schöner Himmel, eisige Streif: Kitzbühel ist angerichtet. - Foto: © LaPresse

Alles Jansrud, oder was? Mit dieser Frage hat man den Status quo im Super-G recht gut beschrieben, sackte der Norweger doch in Val d'Isere, Gröden und Santa Caterina jeweils 100 Punkte ein. Mit einem vierten Streich wäre er neben Hermann Maier 1997/98 der zweite Läufer mit vier Siegen in den ersten vier Super-G in einer Saison.

Die Dominanz der Norweger in der Disziplin ist fast beängstigend: Acht der vergangenen elf Super-G-Rennen an einen Norweger aus dem Trio Jansrud, Aksel Lund Svindal und Aleksander Aamodt Kilde. Die Kugel für die Super-G-Wertung nahm fünf Mal en suite ein Norweger mit nach Hause. Svindal triumphierte dreimal, Jansrud und zuletzt Kilde je einmal.

Streif ohne Svindal

Für Publikumsliebling Svindal ist die Streif heuer allerdings kein Thema. Der Führende der Abfahrtswertung hatte ein Jahr nach seinem Sturz in Kitzbühel mit Kreuzband- und Meniskusriss samt Knorpelschaden noch immer Probleme mit seinem Knie und sich Anfang der Woche ein weiteres Mal operieren lassen. Seine Saison ist vorzeitig beendet.

Maßnahmen gegen ein Sturzfestival

Ähnlich wie Svindal hatten auch Reichelt und Georg Streitberger vergangenes Jahr einen Unfall nach der Hausbergkante – gut zu sehen für die auch in diesem Jahr erwarteten mehr als 30 000 Zuschauer im Ziel.

Damit sich ein solches Sturzfestival mit schweren Verletzungen nicht wiederholt, haben die Veranstalter reagiert: Mit Flutlicht für bessere Sicht auch bei Wolken, einer anderen Linie für weniger Geschwindigkeit vor dem Sprung und gesperrten Passagen während der Besichtigung, um die Ideallinie zu schützen. Auch die Startzeit wurde um 15 Minuten nach vorne verlegt, damit mehr Fahrer noch in der Sonne fahren können.

Die Favoriten

Favoriten für den Sieg in Abfahrt und Super-G in Kitz sind neben Norweger Kjetil Jansrud, natürlich auch Vorjahresgewinner Peter Fill aus Kastelruth sowie die Österreicher Hannes Reichelt, Max Franz und Olympiasieger Matthias Mayer. Auch Aleksander Aamodt Kilde rechnet sich nach der Bestzeit im letzten Training etwas aus-

dpa/apa

stol