Donnerstag, 31. März 2016

Die WM 2022 in Katar: "Das ist inakzeptabel!"

Umstritten ist die Austragung der Fußball-Weltmeisterschaft 2022 in Katar schon lange. Hintergrund sind zum einen Korruptionsvorwürfe rund um die Vergabe, zum anderen die Arbeitsbedingungen von Gastarbeitern auf WM-Baustellen. Nun hat Amnesty International erneut mit Kritik nachgelegt.

Zwangsarbeit bei Temperaturen von 50 Grad, überfüllte Unterkünfte, kaum Trinkwasser: Auf dem WM-Baustellen in Katar sollen Arbeiter ausgebeutet werden.
Zwangsarbeit bei Temperaturen von 50 Grad, überfüllte Unterkünfte, kaum Trinkwasser: Auf dem WM-Baustellen in Katar sollen Arbeiter ausgebeutet werden.

Die Organisation spricht in einem Bericht von Menschenrechtsverstößen gegen Gastarbeiter, die ein Stadion für die Fußball-Weltmeisterschaft 2022 umbauen. Tausende Billiglöhner, in erster Linie aus südasiatischen Ländern wie Bangladesch, Indien oder Nepal, würden ausgebeutet, um die WM-Infrastruktur zu errichten. In einigen Fällen handele es sich um Zwangsarbeit.

"Unsere Perspektive orientiert sich am Gesichtspunkt der Misshandlung von Gastarbeitern. Und diesbezüglich ist Katar derzeit fraglos völlig ungeeignet. Man kann nicht so eine bedeutende Sportveranstaltung wie die Weltmeisterschaft - das weltweit größte Sportereignis - basierend auf der Ausbeutung der Arbeitskräfte stattfinden lassen. Das ist schlicht inakzeptabel", so der Generalsekretär der Menschenrechtsorganisation, Salil Shetty, jüngst in London.

Reaktion der FIFA

Die FIFA hat nach der erneuten Verurteilung auf eine Kritik an den Verhältnissen verzichtet. Der Fußball-Weltverband sei sich der Risiken bewusst, denen die Arbeiter für das Turnier 2022 ausgesetzt seien, heißt es in einer FIFA-Mitteilung vom Donnerstag.

Allerdings sei man zuversichtlich, dass die von den katarischen WM-Organisatoren angestrengten Maßnahmen eine gute Basis zur Überprüfung der Rechte der Arbeiter bieten. „Wir bleiben überzeugt, dass die einzigartige Anziehungskraft und Sichtbarkeit der Weltmeisterschaft weltweit ein starker Katalysator für signifikante Veränderungen ist“, schrieb die FIFA.
Die Menschenrechtsorganisation Amnesty hatte die FIFA erneut dazu aufgefordert, dafür Sorge zu tragen, dass sich die Arbeitsbedingungen auf den Baustellen verbessern.

dpa

stol