Donnerstag, 17. März 2016

Doping: Vorbelastete Schwimmerin Jefimowa nächster Meldonium-Fall

Der russischen Schwimm-Weltmeisterin Julija Jefimowa ist die seit 1. Jänner verbotene Doping-Substanz Meldonium nachgewiesen worden. Das bestätigte eine Quelle im Schwimmverband Russlands der Nachrichtenagentur Tass.

Der russischen Weltklasseschwimmerin Julija Jefimowa droht wegen eines neuerlichen Dopingvergehens eine lebenslange Sperre.
Der russischen Weltklasseschwimmerin Julija Jefimowa droht wegen eines neuerlichen Dopingvergehens eine lebenslange Sperre. - Foto: © APA/EPA

Der 23-jährigen Jefimowa droht eine lebenslange Sperre, weil sei von November 2013 bis Februar 2015 wegen eines Anabolika-Vergehens bereits einmal für 16 Monate gesperrt war.

Die Ex-Weltrekordlerin hatte im Vorjahr beim WM-Comeback nach ihrer Sperre in Kasan Gold und Bronze geholt. Die Olympischen Spiele im August in Rio de Janeiro wird die Bronzemedaillengewinnerin von London nun aber wohl verpassen.

Vor Jefimowa waren schon einige andere russische Sport-Asse positiv auf das laut Experten leistungssteigernde Herzmedikament Meldonium getestet worden. Darunter Tennisstar Maria Scharapowa, Eisschnelllauf-Weltmeister Pawel Kulischnikow und Shorttrack-Olympiasieger Semjon Jelistratow. Weltweit sind bereits 100 Meldonium-Fälle registriert worden, die vor allem Sportler aus Osteuropa betreffen.

Putin sieht Schuld für Meldonium-Fälle bei Funktionären

Russlands Präsident Wladimir Putin hat am Mittwoch angesichts der Vielzahl von Meldonium-Dopingfällen schwere Vorwürfe gegen russische Sportfunktionäre erhoben. „Es ist offensichtlich, dass unsere Sportfunktionäre die Dringlichkeit der Situation falsch eingeschätzt haben“, betonte Putin. Sie hätten „Athleten, Trainer und andere Verantwortliche nicht von der WADA-Entscheidung informiert“.

Die Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA) hatte Meldonium nach einer Beobachtungsphase im Jahr 2015 per 1. Jänner 2016 auf ihre Liste verbotener Substanzen gesetzt, weil es laut Experten zu einer allgemeinen Leistungssteigerung führt. Zudem werden durch das zu Sowjetzeiten in den 1970er Jahren entwickelte Herzmittel Erholungsphasen verkürzt und die Motivation gesteigert.

apa/afp

stol