Der Prozess hat das Potenzial, nicht nur erneut die Radsport-Welt, sondern auch erstmals die Profi-Fußball-Szene in ihren Grundfesten zu erschüttern. Allerdings ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass ähnlich wie bei Armstrong spektakuläre Enthüllungen ausbleiben.Beinahe sieben Jahre ist es her, dass die spanische Guardia Civil im Rahmen der „Operacion Puerto“ (Operation Gebirgspass) bei mehreren Razzien Blut- und Plasmabeutel sowie eine Vielzahl Dopingmittel sicherstellte – unter anderem in Fuentes' Wohnung. Die Aktion war quasi die Geburtsstunde eines ernsthaften Anti-Doping-Kampfes in Spanien, Kritiker bezeichnen das Land trotzdem noch heute als Eldorado für Betrüger.Die Blutbeutel führten die Ermittler damals unter anderem zum deutschen Radfahrer Jan Ullrich und zu 57 weiteren Radprofis. Doch Fuentes, ein Frauenarzt aus Las Palmas, zählte etwa 200 Sportler zu seinen Kunden.„Namen, die auftauchen müssten, wurden noch nicht genannt, ich weiß nicht, warum“, sagte Fuentes 2006 in einem seiner seltenen Interviews und hob hervor, dass er auch Profis aus anderen Sportarten betreute, „vor allem Fußballer“. Auch Leichtathleten, Schwimmer und Tennisspieler sollen dazu zählen.Doch bis heute nannte der 57-Jährige keine Namen – und wird es wohl auch weiterhin nicht tun. „Man hat mich mit dem Tode bedroht, dreimal, ein viertes Mal wird es nicht geben“, sagte Fuentes der französischen Zeitung „Le Monde“ im Dezember 2006.Seitdem wurde Fuentes mehr und mehr zum Phantom. Angeblich wohnt er auf Gran Canaria. Wo oder für wen er arbeitet, ist unbekannt. Aktuelle Bilder oder gar Aussagen von ihm gibt es nicht.apa/Si