Mittwoch, 14. Dezember 2016

Dopingskandal: Bob-Verband entzieht Sotschi Austragung der WM 2017

Angesichts der massiven Dopingvorwürfe gegen Russland im McLaren-Report werden die Bob- und Skeleton- Weltmeisterschaften vom 15. bis 27. Februar 2017 nicht in Sotschi stattfinden. Das teilte der Internationale Verband IBSF am Dienstagabend in Lausanne mit. „In den kommenden Tagen“ werde über den neuen Austragungsort entschieden. Das IOC hat den Beschluss begrüßt.

Die Bob-WM 2017 wird nicht, wie geplant, in Russland ausgetragen.
Die Bob-WM 2017 wird nicht, wie geplant, in Russland ausgetragen. - Foto: © LaPresse

Die teilnehmenden Athleten und Trainer aus allen Nationen sollen sich auf eine WM konzentrieren können, heißt es in der Begründung, „die auf den Sport fokussiert ist und nicht vielmehr auf Anklagen und Diskussionen – ob gerechtfertigt oder nicht“.

Der russische Bobverband habe große Anstrengungen bei der WM-Vorbereitung unternommen, bestätigte die IBSF. Doch „das gegenwärtige Klima macht es nahezu unmöglich, die Anstrengungen des Organisationskomitees zu schätzen“, eine große Veranstaltung auszurichten.

Das lettische Skeleton-Team hatte am Sonntag erklärt, wegen der Dopingvorwürfe die WM in Sotschi zu boykottieren, auch die Verbände Österreichs, Kanadas und der USA hatten angegeben, an einen Startverzicht zu denken.

Mehr als 1000 russische Sportler Teil der staatlichen Dopingpolitik 

Nach Ermittlungen der Welt-Anti-Doping-Agentur sollen mehr als 1.000 russische Sportler zwischen 2011 und 2015 Teil einer großangelegten staatlichen Dopingpolitik gewesen sein. Einem Bericht der „New York Times“ zufolge befand sich darunter auch Skeleton-Olympiasieger Alexander Tretjakow. Russland hat diese Vorwürfe vehement zurückgewiesen.

IOC begrüßte Entzug der Sotschi-WM

Das Internationale Olympische Komitee hat sich positiv zur Entscheidung geäußert, Russland die Bob- und Skeleton-Weltmeisterschaften zu entziehen. Das IOC begrüße die Maßnahme des internationalen Verbandes IBSF, „die voll und ganz mit den Empfehlungen des Olympic Summit und der IOC-Exekutive übereinstimmt“, sagte ein IOC-Sprecher am Mittwoch in Lausanne.

apa/dpa

stol