Dienstag, 22. September 2015

Dopingverdacht: Ermittlungen gegen Nordtiroler Langläufer Harald Wurm

Gegen den Nordtiroler Skilangläufer Harald Wurm laufen Ermittlungen wegen Dopingverdachts. Österreichs Nationale Anti-Doping-Agentur (NADA) bestätigte am Montag dementsprechende Online-Berichte von österreichischen Tageszeitungen. Wurm war für die APA für eine Stellungnahme nicht erreichbar. Für den 31-jährigen Tiroler gilt die Unschuldsvermutung.

Der Nordtiroler Harald Wurm bei der Nordischen Ski-WM 2015 im schwedischen Falun.
Der Nordtiroler Harald Wurm bei der Nordischen Ski-WM 2015 im schwedischen Falun. - Foto: © APA

Laut APA-Informationen soll es im Zusammenhang mit polizeilichen Ermittlungen auch eine Hausdurchsuchung gegeben haben. Die Staatsanwaltschaft wollte sich dazu auf Anfrage nicht äußern.

Die NADA bestätigte indes auf Anfrage, dass gegen Wurm polizeiliche Ermittlungen laufen. „Die NADA ist über den Fall informiert und steht in enger Zusammenarbeit mit den ermittelnden Behörden“, sagte NADA-Sprecher David Müller. Da es sich um laufende Ermittlungen handle, könne er derzeit über Details jedoch keine Auskunft geben.

Aus dem Österreichischen Ski-Verband (ÖSV) hieß es am frühen Montagabend, dass man von einer angeblichen Hausdurchsuchung Kenntnis habe. Der Ski-Verband sei derzeit aber über kein Ergebnis informiert worden, teilte ein ÖSV-Sprecher weiters mit. Dementsprechend war auch keine Bestätigung über den in der „Tiroler Tageszeitung“ berichteten Ausschluss Wurms von sämtlichen ÖSV-Kaderaktivitäten zu erhalten. Eine Stellungnahme von ÖSV-Langlaufchef Markus Gandler war vorläufig ebenso nicht zu bekommen.

Sollte sich der Verdacht gegen den mehrfachen Olympia- und WM-Teilnehmer Wurm bestätigen, setzt es für die diesbezüglich bereits mehrfach betroffene Sparte des österreichischen Skiverbandes eineinhalb Jahre nach dem Dopingfall von Johannes Dürr bei den Winterspielen in Sotschi den nächsten Rückschlag. Vor Dürr hatten auch schon Olympiasieger Christian Hoffmann und der Skandal um die Langläufer und Biathleten bei den Olympischen Spielen 2006 in Turin für einen erheblichen Reputationsschaden gesorgt.

Gegen Dürr, der wegen EPO-Dopings bis Februar 2016 gesperrt ist, waren bis zum heurigen Sommer strafrechtliche Ermittlungen wegen Dopingbetrugs gelaufen. Das Verfahren gegen den ehemaligen Teamkollegen von Wurm wurde im Juli diversionell erledigt, weil der vorher unbescholtene Dürr sich geständig gezeigt und Schadensgutmachung geleistet hatte.

apa

stol