Samstag, 02. Juli 2016

Ein Dossier, das Alex Schwazer retten soll

Alex Schwazer wieder unter Dopingverdacht: Seine Urinprobe vom 1. Januar 2016 soll synthetisches Testosteron enthalten haben. Mit diesem Befund ist eine Sperre für Olympia gewiss. Doch wie es zum Ergebnis der Probe kam, lässt Gerhard Brandstätter nur den Kopf schütteln. Nun soll ein Dossier Olympia für Alex Schwazer retten.

Der Kampf um Rio hat für Alex Schwazer (hier im Bild mit seinem Anwalt Gerhard Brandstätter) schon vor Olympia begonnen. - Foto: DLife
Der Kampf um Rio hat für Alex Schwazer (hier im Bild mit seinem Anwalt Gerhard Brandstätter) schon vor Olympia begonnen. - Foto: DLife

Alex Schwazer läuft die Zeit davon: Am Dienstag, 5. Juli wird in Köln die B-Probe geöffnet. Erst am 5. Juli, könnte man sagen. Denn unmittelbar nach Bekanntwerden seiner positiven Doping-Probe am 21. Juni stellte Schwazer einen Antrag zur vorzeitigen Öffnung der Probe. Dem gab der Weltleichtathletikverband IAAF aber nicht statt.

Somit bleibt es beim 5. Juli. Erst kommende Woche steht also fest, welches Ergebnis die B-Probe zu Tage befördert. Hat Alex Schwazer wieder gedopt oder nicht? Wenn ja, ist eine Sperre für die Olympischen Spiele in Rio wohl nicht mehr abzuwenden. 

Alex Schwazers Anwalt, Gerhard Brandstätter, will an dieses Szenario gar nicht denken. Er setzt derzeit alle Hebel in Bewegung, um seinen Mandaten doch noch auf die Bahn in Rio zu bekommen. Am Freitag wendete er sich mit einem Dossier an die IAAF. Darin enthalten: eine Reihe von Gegenargumente, die aufzeigen sollen, dass das Proben-Prozedere durchaus Raum für Zweifel lässt. 

Brandstätter kritisiert das Prozedere scharf: "Unregelmäßigkeiten"

„Wir wollten in unserer Analyse aufzeigen, dass es einige Unregelmäßigkeiten im Verfahren gab, dass das gesamte Prozedere unbrauchbar machen“, sagte Brandstätter der italienischen Nachrichtenagentur Ansa.

Mit dem Dossier an die IAAF will Brandstätter verhindern, dass sein Mandant Alex Schwazer für die Olympischen Sommerspiele in Rio gesperrt wird. Die Spiele werden am 5. August eröffnet.

Schwazer betont seine Unschuld

Wie berichtet, war Ende Juni bekannt geworden, dass Schwazers Urinprobe vom Januar unerlaubte Substanzen enthielt. Schwazer bekräftigte auf einer Pressekonferenz am 22. Juni in Bozen seine Unschuld: Er habe nicht gedopt, betonte er mehrmals, dieses Mal habe er keinen Fehler gemacht.

Video: Der Fall Alex Schwazer: "Ich muss mich nicht entschuldigen"

Bereits 2012, unmittelbar vor den Olympischen Sommerspielen in London, musste sich Alex Schwazer wegen Dopings verteidigen. Damals gab er den Einsatz von EPO zu und wurde gesperrt. Doch dieses Mal, betonte Schwazer, treffe ihn keine Schuld.

Brandstätter: „Alle anderen Tests perfekt“

Mit dem Dossier, das die Verteidigung von Schwazer nun der IAAF zukommen ließ, wolle man aufzeigen, dass „alle anderen Dopingtests der vergangenen Jahre perfekt“ gewesen seien, sagte Brandstätter der Ansa. Er spricht von „12 perfekten Monaten – außer einem, der seltsam war“.

Ein vermeintliches Dopingvergehen Schwazers hätte man bereits bei einer der vorhergehenden oder nachfolgenden Proben feststellen müssen, meint er. „Das ist verrückt“, sagte Schwazers Anwalt.

stol

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