Samstag, 23. Januar 2016

"Ein Traum wird wahr" - Peter Fill im Interview

Streif-Sieger Peter Fill hat kurz nach seinem Triumph auf dem Hahnenkamm in einem Interview mit STOL über seine Gefühle gesprochen. "Der Sieg ist ein großes Geschenk an meinen Sohn, der genau heute zwei Jahre alt wird", so der 33-Jährige aus Kastelruth.

Mit der Startnummer 14 holte sich Peter Fill den Sieg auf der legendären Streif
Mit der Startnummer 14 holte sich Peter Fill den Sieg auf der legendären Streif - Foto: © APA

"Ein Traum wird wahr", meinte Fill nach dem Sieg in Kitzbühel.

"Da es in heuer keine WM und kein Olympia gibt, ist Kitz das größte Rennen in diesem Jahr", meinte der Abfahrtsspezialist, der nun neben dem Gewinn der legendären Gams auch zum Namenspatron einer Gondel im Nordtiroler Nobel-Skiort werden wird.

Er sei mit dem Ziel in die Saison gestartet, entweder in Wengen oder in Kitzbühel schnell zu sein. Die bisherigen Rennen, besonders in der Abfahrt, seien schon sehr gut gewesen, so Peter Fill.

Liebe als Erfolgsrezept

"Ich weiss auch nicht genau warum es heuer so gut läuft, vielleicht weil ich im Sommer geheiratet habe", meinte Fill, der mittlerweile seit 15 Jahren mit seiner Manuela zusammen ist, mit einem Augenzwinkern. Gemeinsam mit ihrem Sohn Leon hat sie am Samstag im Zielraum ihrem Peter die Daumen gedrückt. Die Unterstützung der Familie, aber auch der zahlreichen Fans, die nach Kitzbühel gereist waren, um ihren Liebling anzufeuern, hat ihm wohl das Glück des Tüchtigen gebracht.

Kurz nach dem Sieg bei der wohl legendärsten Abfahrt der Welt hat Peter Fill Stol-Redakteurin Petra Gasslitter in Kitzbühel ein Exklusiv-Interview gegeben.

Südtirol Online: Herr Fill, war dies das beste Rennen Ihrer Karriere?
Peter Fill, Hahnenkamm-Sieger 2016: Ob es das Beste war, ist schwierig zu beantworten. Es war auf jeden Fall eines der Wichtigsten und auch eines der Schönsten. Alles in allem war es gewaltig heute: Gerade weil auch mein Sohn genau heute zwei Jahre alt wird. All dies zusammen ist eine sehr schöne Geschichte.

"Alles riskiert"

STOL: Die Norweger fragen sich ja schon lange, wie man es schafft, den Kopf so auszuschalten und so in die Traverse einzufahren, wie Sie. Wie schaffen Sie das?
Das ist nie leicht. Im Vorhinein kann man das auch nicht sagen, ob man sich das traut und ob dies möglich ist. Heute habe ich es einfach getan. Ich habe am Samstag im Super-G nicht alles riskiert, weil mir auch ein wenig die "Schneid" gefehlt hat. Aber heute habe ich alles riskiert und es hat sich ausgezahlt. Es wurde zwar noch einmal knapp und während der Fahrt dachte ich mir auch, das letzte Tor der Traverse würde ich nicht mehr erwischen. Zum Glück ist alles doch noch gut gegangen.

STOL: Ist dieser Sieg mehr wert als das WM-Silber in Val d'Isère?
Ja, ich glaube dieser Sieg ist sicher viel wert. Man steht zwar mit beidem in den Geschichtsbüchern, doch dieser Sieg hier ist speziell schön.

"Will noch lange gut fahren"

STOL: Nach so vielem, was Sie in Ihrer Karriere erreicht haben und dem Höhepunkt heute: Denkt man da ans Aufhören oder nehmen Sie den Schwung mit und machen weiter?
(lacht) Ich werde noch eine Weile weiterfahren. Heute habe ich mein 301. Weltcuprennen bestritten. Ich bin der Überzeugung, dass ich noch sehr lange fahren kann, sofern es mir körperlich so gut geht wie jetzt gerade. Darüber hinaus habe ich auch noch große Lust, noch sehr lange zu fahren. 

STOL: Wohin stellen Sie nun die Gams?
In mein neues Haus!

stol/pg

stol