Gelingt die Wende mit einem Sieg des Tabellenvorletzten Hamburger SV gegen den Tabellenletzten Eintracht Braunschweig aber nicht, ist klar: Ein Nachfolger des (fliegenden) Holländers wäre nur noch die zweite Wahl. „Das ist das wichtigste Spiel des Jahres“, betonte der Niederländer vor dem Gipfeltreffen im Kampf gegen den Abstieg aus der Fußball-Bundesliga.Sollte der letzte Bundesliga-Dino HSV nach deprimierenden sieben Pflichtspiel-Pleiten in Serie auch noch beim Tabellenletzten patzen, könnte selbst der engelsgeduldige HSV-Vorstand nicht länger an van Marwijk festhalten. Mirko Slomka soll schon in Wartestellung sein, auch Martin Jol, Ex-HSV-Coach aus besseren Zeiten, wird gehandelt.Magath nannte das konsequente Nein zum HSV wegen „fehlender Einigkeit und der vielen unterschiedlichen Interessen im Verein“ richtig und stellte sich demonstrativ hinter den Kollegen. „Es sind schwere Tage für ihn. Aber es ist üblich, dass wenn die Ergebnisse ausbleiben, der Trainer unter Beschuss gerät. Aber beim HSV sind andere schuld“, sagte Magath der „Bild“ (Freitag). In Sachen Trainer am Zug ist nun der Vorstand, in dem Sportdirektor Oliver Kreuzer und Chef Carl-Edgar Jarchow ihren Job verloren hätten, wenn die Pläne des Aufsichtsrats mit Magath aufgegangen wären. Beide sind nun erheblich beschädigt. Dass Kreuzer schon mit Slomka verhandelt habe, um im Fall des Falles handeln zu können, wird weder bestätigt noch dementiert.Van Marwijk gibt sich weiter unbeeindruckt von den unfassbaren Macht- und Grabenkämpfen. „Ich kann das alles ausblenden. Ich bin Profi und kann mich sehr gut auf ein wichtiges Spiel einstellen“, sagte der erfahrene Coach, der als Jubilar vor einem zweifelhaften Vergnügen steht. Im Stadion an der Hamburger Straße sitzt er zum 100. und vielleicht letzten Mal in einem Bundesliga-Spiel auf der Bank. Er bleibt aber seiner Devise treu, nicht er, die Profis seien wichtig.„Ich denke, dass es für mich am einfachsten ist“, sagte der 61 Jahre alte Fußball-Lehrer, dessen Team nach drei 0:3-Ligaschlappen und dem Pokal-0:5 gegen den übermächtigen FC Bayern dringend den Schulter umlegen muss. dpa