Traumtore, Tempo, Tricksereien – über die magische Nacht von Rom mit dem höchsten Auswärtssieg ihrer glanzvollen Europapokalhistorie mussten die Bayern selbst ein bisschen staunen.„Wir durften heute Abend ein Spiel erleben, ich würde es fast geschichtsträchtig nennen. Wenn wir uns in zehn Jahren, wo auch immer, wieder treffen, werden wir uns an diesen Abend erinnern“, sagte Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge kurz nach Mitternacht bei seiner Bankett-Ansprache in der Ewigen Stadt.„7:1 gegen eine der besten Mannschaften Italiens zu gewinnen, ist ein großes Ereignis, eine große Leistung“, würdigte er die beängstigend klare Vorstellung.Besuch beim PapstAm Morgen nach der göttlichen Gala wurde die Reise in die Ewige Stadt mit dem Besuch bei Papst Franziskus auch noch zur Pilgerreise. „Man ist nicht jeden Tag beim Papst. Das ist mit Sicherheit etwas Besonderes“, beschrieb Kapitän Philipp Lahm die Ehre der Privataudienz. „Es ist ein besonderer Moment, den man sein Leben lang nicht vergisst“, schilderte Manuel Neuer.Als Geschenk hatten die Bayern ein von allen unterschriebenes Trikot mit der Nummer 1 und dem Namen Franziskus mit im Gepäck. Zudem kündigte Rummenigge ein Freundschaftsspiel im kommenden Jahr an, „aus dessen Einnahmen wir dem Heiligen Vater eine Million Euro für karitative Zwecke zur Verfügung stellen“."Ein schöner Abend" Am Abend zuvor hatte sich 100 Tage nach dem deutschen WM-Triumph manch einer in Rom an das 7:1 (5:0) des DFB-Teams gegen Brasilien auf dem Weg ins Endspiel erinnert gefühlt. Sicher gebe es „Parallelen“ zu dem Ergebnis im Halbfinale, räumte Lahm ein. „Das sind beides tolle Spiele gewesen, aber ich habe jetzt nicht an das Spiel gegen Brasilien mit der Nationalmannschaft gedacht, sondern einfach an den schönen Abend, den wir hier hatten“, erklärte Neuer. Und „weltmeisterlich“ fanden sich die Münchner auch (noch) nicht.„Das war sicher sehr gut, aber ich weiß nicht, ob der Begriff in die Champions League passt“, erklärte Thomas Müller.