Donnerstag, 14. Juli 2016

Fall Schwazer: Darum entscheidet sich in dieser Woche alles

In dieser Woche entscheidet sich für Alex Schwazer alles. Der Internationale Sportgerichtshof soll über eine Aufhebung seiner Sperre befinden. Die Richter in Lausanne sind Schwazers letzte Hoffnung. Für Rio. Für seinen Ruf. Für seine Unschuld, die er so sehr betont. Der Fall Schwazer 2, erklärt in 2 Minuten.

Die Zeit rennt ihm davon: Will Alex Schwazer in Rio an den Start gehen, muss seine Sperre in wenigen Tagen aufgehoben werden.
Die Zeit rennt ihm davon: Will Alex Schwazer in Rio an den Start gehen, muss seine Sperre in wenigen Tagen aufgehoben werden.

1. Die positive Dopingprobe
Alex Schwazer gibt am 1. Januar eine Dopingprobe ab – Blut und Urin. Eine erste Analyse bringt ein negatives Ergebnis. In einer zweiten Analyse wird in der Urinprobe synthetisches Testosteron nachgewiesen. Am 21. Juni lässt die „Gazzetta dello Sport“ die Doping-Bombe platzen: Schwazer habe nach seinem ersten Dopingfall 2012 wieder gedopt. Schwazer selbst betont seine Unschuld, sein Trainer und sein Anwalt stärken ihm den Rücken.

2. Die B-Probe und die Sperre
Als die B-Probe das Ergebnis des Dopingtests bestätigt, wird Alex Schwazer am 8. Juli vom Internationalen Leichtathletikverband IAAF gesperrt. Wird die Sperre nicht aufgehoben, kann Schwazer bei Olympia in Rio nicht an den Start gehen. Das Team Schwazer vermutet, dass andere ihre Finger im Spiel hatten: Dem Athleten sei etwas untergemischt worden oder die Probe sei manipuliert worden, sagen Anwalt und Trainer. Um dies zu klären, wurde ein DNA-Test angeordnet. Zudem erheben sie schwere Vorwürfe – auch gegen die IAAF.

3. Der Gang vor Gericht
Das Team Schwazer reicht Rekurs gegen die Sperre Schwazers ein. In einem Eilverfahren soll eine Aufhebung der Sperre erwirkt werden, damit Schwazer doch noch zu Olympia kann. Zuerst hinterlegt das Team seine Unterlagen vor dem nationalen Antidopingtribunal in Rom, das sich allerdings für „nicht zuständig“ erklärt. Ein Eilverfahren könne nicht stattfinden, heißt es. Das Team wendet sich also an den Internationalen Sportgerichtshof im schweizerischen Lausanne. Noch diese Woche soll das Gericht über den Fall Alex Schwazer befinden. Der letzte Termin für die Aufhebung von Schwazers Sperre ist laut Anwalt Brandstätter der 18. Juli.

4. Die Spiele in Rio?
Die Olympischen Sommerspiele in Rio werden am 5. August eröffnet. Wie der Fall Alex Schwazer ausgeht, ist derzeit noch völlig unabschätzbar. Der Geher selbst ist skeptisch: „Ich habe kein gutes Gefühl“, sagt er. „Niemand fühlt sich für uns zuständig. Das ist nur noch Theater.“ Zu den Spielen will Schwazer unbedingt: „Seit 4 Jahren reiße ich mir dafür den Arsch auf. Ich will im Wettkampf zeigen, was ich kann. Und nicht in einem Jahr vor Gericht. Ich habe Olympia bereits ohne Doping gewonnen. Und ich gewinne wieder – ohne Doping.“ Gleichzeitig stellt er klar: Spätestens nach Rio sei es mit dem Leistungssport für ihn vorbei.

stol

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