Mit dem stärksten Spiel der gesamten Woche beendete "Faustball Italia" wie schon vier Jahre zuvor die Weltmeisterschaft im Mittelfeld. Auch damals traf man im Spiel um Platz sieben auf Namibia. Im ersten Aufeinandertreffen bei der WM 2011 hatten die Südtiroler in der Zwischenrunde in Kremsmünster noch mit 1:3 verloren und eine klägliche Figur abgegeben. Am Samstag wendete sich das Blatt und die "Azzurri" zeigten sich von ihrer besten Seite."Sind noch jung"Vor allem Armin Runer punktete gegen die Afrikaner nach Belieben. Dies auch dank eines sehr guten Zuspiels, das die Angriffszone erstmals konstant erreichte. Mit einem 11:2, 11:5, 11:7 gelang den Boznern die eindrucksvolle Revanche für die Niederlage. Trotz der verpassten Qualifikatioen für die World Games 2013 in Kolumbien, zeigte sich Kapitän Simon Prudenziati im Interview optimistisch: "Ja, es war keine leichte Woche für uns und wir haben unser Ziel nicht erreicht. Aber wir haben mit dem heutigen Spiel einen versöhnlichen Abschluss gehabt. Und mit einem Durchschnittsalter von 24 Jahren waren wir das jüngste Team an dieser WM." Deshalb blicke man im Bozner Lager zuversichtlich in die Zukunft.Deutschland entzaubert ÖsterreichDer als Titelverteidiger und großer Favorit gestartete Gastgeber wurde vom jungen Team aus Deutschland im Finale in die Schranken gewiesen. Vor allem der erst 19-jährige Hauptangreifer Patrick Thomas stellte die erfahren Abwehr von Team Austria immer wieder vor unlösbare Aufgaben.Auf der Gegenseite wuchsen die Deutschen Abwehrrecken über sich hinaus und brachten alle vier österreischen Angreifer schier zur Verzweiflung. Obwohl die Österreicher kaum Eigenfehler produzierten, zog Deutschland im Laufe der Partie davon.Das Finale bot Faustball auf höchstem Niveau. Beide Mannschaften schenkten sich nichts und zeigten sich auch von den mehr als 7.000 frenetischen Fans nicht beeindruckt sondern motiviert. Hüben wie drüben glänzte man mit spektakulären Angriffen und ebenso tollen Verteidigungsaktionen. Am Ende gab es einen 4:2-Sieg (11:7; 9:11; 14:12; 6:11; 11:7; 11:6) und den ersten WM-Titel für Deutschland seit 1995. Die Abschlusstabelle:1. Deutschland2. Österreich3. Brasilien4. Argentinien5. Schweiz6. Chile7. Italien (SSV Bozen)8. Namibia9. USA10. Serbien11. Tschechien12. Japan