Ein Hackentor von Bastian Schweinsteiger (52.) bescherte dem Rekordmeister den dazu nötigen 1:0 (0:0)-Sieg bei Eintracht Frankfurt. „Deutscher Fußball-Meister FCB“, sangen die rund 5000 Bayern-Fans in der mit 51 500 Zuschauern ausverkauften Commerzbank-Arena mit einem schönen Gruß an den bereits am 28. Spieltag entthronten Titelverteidiger Borussia Dortmund.Die Münchener Spieler selbst hielten sich wie angekündigt mit überbordenden Feierlichkeiten allerdings zurück. „Noch sind wir nicht am Ende. Es ist noch ein weiter Weg, wir haben noch große Ziele. Wir haben noch ein paar Rekorde vor uns, da wollen wir noch den einen oder anderen knacken“, sagte Mannschaftskapitän Philipp Lahm auch mit Blick auf das Viertelfinal-Rückspiel in der Champions League am Mittwoch bei Juventus Turin.Jubel bei den SpielernBayern-Trainer Jupp Heynckes wurde von seiner Mannschaft in die Luft geworfen. „Neun Spieler sind zum ersten Mal deutscher Meister geworden, das hat man heute gemerkt. Es war wahnsinnig schwierig nach dem Highlight gegen Juve wieder unsere Leistung abzurufen. Wir haben das Spiel mit etwas Glück gewonnen. Ich freue mich wahnsinnig“, sagte er.Wer geglaubt hatte, die Bayern würden in Frankfurt ihre Stars für Turin schonen, sah sich getäuscht. Von wegen B-Elf – außer Franck Ribéry und Mario Mandzukic rotierte Heynckes keinen seiner Stammspieler aus der ersten Elf. Auch das war ein Zeichen dafür, wie wichtig dem Rekordmeister diese deutsche Meisterschaft ist – nachdem man zuletzt zweimal nacheinander dem BVB gratulieren musste. Eintracht Frankfurt geschwächtMit einem erheblich geschwächten Team ging somit nur Eintracht Frankfurt ins Spiel. Kapitän Pirmin Schwegler, Torjäger Alexander Meier und Torwart Kevin Trapp fehlten allesamt verletzt, auf Stürmer Srdjan Lakic verzichtete Trainer Armin Veh zugunsten einer defensiveren Ausrichtung freiwillig. Von den eigenen Fans lautstark unterstützt, hielt der Aufsteiger auch so tapfer dagegen, wie es seine eingeschränkten Möglichkeiten zuließen. Dennoch war die Beinahe-1a-Elf der Bayern von Beginn an hoch überlegen.Xherdan Shaqiri traf bereits in der 10. Minute den Pfosten, Arjen Robben verpasste eine Flanke von Müller nur knapp (19.). Die größte Chance besaß aber David Alaba bei einem Elfmeter, den Schiedsrichter Florian Meyer nach langem Zögern für ein Foul an Müller verhängte. Doch der 20-Jährige schoss den Ball nur an den Pfosten (27.).In der Folgezeit verloren die Münchener etwas von ihrem Elan. Die Eintracht zog sich entgegen ihrer sonstigen Spielweise weit in die eigene Hälfte zurück und bereitete dem großen Favoriten damit auch einige Probleme. Kurzzeitig wurden im Bayern-Block nur die beiden überraschenden Augsburger Tore in Dortmund gefeiert.Doch das änderte sich mit Beginn der zweiten Halbzeit wieder. Zunächst klärte Bastian Oczipka noch kurz vor dem einschussbereiten Robben (51.). Aber nur eine Minute später setzte der Niederländer Philipp Lahm in Szene, der auf Schweinsteiger flankte und der wiederum leichtfüßig mit der Hacke vollendete.Das Ziel: das TorDie Bayern hatten nun das Tor, das ihnen für die vorzeitige Meisterschaft fehlte, und sie taten danach kaum noch etwas. Die Eintracht, die selbst jeden Punkt im Kampf um einen Europacup-Platz braucht, riskierte nun deutlich mehr und brachte für die Offensive sogar den erst 17 Jahre alten Bundesliga-Debütanten Marc Stendera.Am Ende wurde es für den neuen deutschen Meister sogar noch mehrmals richtig gefährlich. Torwart Manuel Neuer rettete sowohl gegen den völlig freistehenden Lakic (79.) als auch bei einem Kopfball von Carlos Zambrano (83.). Trotz ihrer starken Schluss-Offensive blieb die Vertragsverlängerung des umworbenen Sebastian Jung aber die einzige gute Nachricht des Tages für die Eintracht.dpa