Die SpielsystemeBeide Trainer stellten ihre Mannschaften überraschungsfrei auf. Der FC Südtirol kam im gewohnten 4-3-2-1 daher, mit dem Abräumer Mariano Romano, der Burato fürs erste aus der Stammelf verdrängt hat, und dem linken Flügelspieler Omar El Kaddouri.Die Societá Polisportiva Ars et Labor aus der Emilia Romagna trat im 4-4-2 auf, mit dem Angriffsduo bestehend aus dem athletischen Franzosen Mohames Fofana und dem Knipsertypen Giacomo Cipriani. Taktisch gesehen hatte das Offensivspiel der Gäste seinen Fokus auf der rechten Seite, mit dem agilen Fabrizio Melara.Die erste Halbzeit: Ereignislosigkeit dominiertDie Gäste wirkten anfangs gefährlicher und vor allem wacher als der FC Südtirol. Schon nach drei Minuten wurde Mariano Romano gelbverwarnt, nachdem er Fofana nur per Foul stoppen konnte. Der anschließende Freistoß von Vlado Smit aus zentraler Position ging nur knapp vorbei (4.).Auf dem rutschigen Feld hatte der FC Südtirol arge Probleme, sein Spiel aufzuziehen. Extrem viele Ungenauigkeiten zerstörten fast alle Kombinationsversuche, sodass man es oft mit langen Bällen probieren musste, was überhaupt nicht funktionierte.Ohne irgendwie begeistern zu können hatten die Rot-Weißen nach 25-30 Minuten aber leicht die Oberhand im Spiel gewonnen. Chancen wurden dennoch kaum herausgespielt und wenn, dann eher zufällig (Weitschuss von Furlan in der 19. Minute fast noch von El Kaddouri erreicht).Einzige Ausnahme: Ein wunderbarer Angriff in der 34. Minute, als Alessandro Campo auf der linken Seite Außenverteidiger Marco Martin bediente, dessen Querpass auf Marchi im allerletzten Moment von Milan Bortel abgeblockt werden konnte. Bortel war erst kurz zuvor für den an der Leiste verletzten Spal-Kapitän Marco Zamboni ausgewechselt worden. Beim anschließenden Eckball kam Verteidiger Roberto Mirri frei zum Kopfball, scheiterte jedoch knapp.Kurz danach fiel das 0:1 (36.). Flanke Andrea Migliorini von der rechten Seite auf Cipriani, der sich im Luftkampf gegen Hannes Kiem durchsetzen konnte und den Ball herrlich per Kopf ins Kreuzeck versenkte. Davide Zomer konnte nicht mehr entscheidend eingreifen und Ciprianis achtes Saisontor verhindern.Das Tor hatte sich in dieser Phase nicht wirklich abgezeichnet. Aber es war Ciprianis drittes gewonnenes Kopfballduell im Südtiroler Strafraum, sodass die Defensive bereits um die Stärken Ciprianis wissen hätte müssen.Kurz vor der Halbzeit wurde Mattia Marchis vermeintlicher Ausgleich wegen Abseitsstellung aberkannt. Die zweite Halbzeit: Ballbesitz, aber fast keine ChancenEs wurde auch nach Seitenwechsel nicht viel besser. Der FC Südtirol bestimmte naturgemäß jetzt das Spiel, rannte aber relativ konzept- und ideenlos gegen einen gut gestaffelten Defensivverbund an. Trainer Alfredo Sebastiani erkannte zwar richtigerweise, wie machtlos Marchi ohne Sturmpartner war und brachte daher mit Tonino Sorrentino einen zweiten Stürmer.Sorrentino feierte nach monatelangen Verletzungsproblemen sein Comeback im rot-weißen Trikot, blieb jedoch ziemlich blass. Auch die Einwechslungen von Hannes Fink und Francesco Virdis blieben ohne erkennbaren positiven Einfluss auf das Südtiroler Spiel.Die beste Südtiroler Gelegenheit bot sich in der 54. Minute, also noch vor den drei Wechseln. Der von Martin bediente Marchi traf bei seiner Flanke/Torschuss völlig überraschend für Gäste-Keeper Nicola Ravaglia die Latte. Bei der anschließenden Ecke boxte Ravaglia den Ball einem eigenen Verteidiger an den Rücken und die Situation konnte nur in höchster Not auf der Linie geklärt werden.In der 63. Minute setzte El Kaddouri einen sehr gut angetragenen Schuss von halblinks nur knapp vorbei.Mit zunehmender Spieldauer „gelang“ es den Gästen immer besser, den ohnehin wenig vorhandenen Spielfluss noch weiter zu unterbrechen. Viele Fouls und ein kleinlich pfeifender Schiedsrichter sorgten nicht gerade für Begeisterung auf den Rängen im Drususstadion. Spals Sportdirektor wurde in der 62. Minute nach minutenlangen Diskussionen des Feldes verwiesen.Der FC Südtirol konnte sich keine anständigen Tormöglichkeiten mehr erspielen. Im Gegenteil: Spals Einwechselspieler Meloni sorgte in der 93. Minute für die Entscheidung, als er aus fünf Metern einschob.Durch die Heimniederlage fiel der FC Südtirol in der Tabelle auf Platz 12 zurück - und könnte noch einen Rang verlieren, je nach Ausgang des Spiels zwischen Spezia und Ravenna, das wegen unbespielbaren Rasens verschoben werden musste. Spal dagegen rückt auf den zweiten Platz vor.Statistiken zum SpielSpal Ferrara: Ravaglia - Belleri, Zamboni (32. Bortel), Battaglia, Giovanni Rossi - Melara, Migliorini, Coppola, Smit - Fofana (57. Meloni), Cipriani (83. Bedin).FC Südtirol: Zomer - Brugger, Kiem, Mirri, Martin - Alfredo Romano (69. Fink), Mariano Romano, Furlan - Campo (56. Sorrentino), El Kaddouri (75. Virdis) - Marchi.Tor: 0:1 Cipriani (36.), 0:2 Meloni (94.)Schiedsrichter: Di Bello (Brindisi)Gelbe Karte: Mariano Romano, Martin, Sorrentino; CoppolaDie Analyse zum Spiel des FC Südtirol.tp