Der FC Südtirol übernahm von Beginn an das Kommando, zunächst allerdings mehr darauf bedacht, Struktur in sein Spiel zu bringen. In der zweiten Minute zeigte sich so auch schon recht schnell das Patentrezept, die Gäste-Verteidigung zu knacken: Über die eigene rechte Seite spielen und die sich dort bietenden großen Freiräume nutzen.Schon in der 7. Minute fiel die frühe Vorentscheidung. Kapitän Coletto brachte Manuel Scavone im Strafraum zu Fall und Scavone versenkte den fälligen Elfmeter rechts unten mit einem harten und platzierten Schuss zum 1:0. Es war Scavones bereits 10. Treffer in der laufenden Saison.Trotz der ordentlichen ersten Minuten hatte sich diese schnelle Führung nicht unbedingt abgezeichnet und auch das Elfmeterfoul war eher überflüssig gewesen.Pro Belvedere hatte in der laufenden Saison in 27 Partien ganze 13 Tore erzielt und so recht mochte man nicht daran glauben, dass es ausgerechnet gegen die zweitbeste Verteidigung der Liga zu Torerfolgen reichen würde.Im Prinzip ging auch nur von zwei Spielern echte Gefahr aus: Vom zentralen Mittelfeldmann Mauri und Stürmer Scapini. Diese beiden Spieler waren auch beteiligt an der einzigen wirklich gefährlichen Offensivaktion von Pro Belvedere in der 22. Minute. Mauri lupfte einen Ball in den Strafraum und Zomer musste mit einem Hechtsprung gegen den heranstürmenden Scapini retten. Ansonsten war zwar Bemühen erkennbar, und hie und da sogar Einfallsreichtum (versuchter Freistoßtrick), was aber fehlte, waren die technischen Fähigkeiten. So konnten sich die Südtiroler Innenverteidiger Cascone (23. Minute) und Kiem (25.) ungewohnte Unkonzentriertheiten leisten, ohne irgendwelche Folgen spüren zu müssen.In der 23. Minute beispielsweise ahndete Schiedsrichter Biondini aus dem Veneto nach Cascones Fehler ein Handspiel von Scapini nicht. Scapini spielte Zomer aus, musste dann allerdings mit dem Rücken zum Tor stehend auf Matteassi zurückspielen. Der einfache Pass über fünf Meter verfehlte sein Ziel, obwohl unbedrängt, um dieselbe Distanz.Dass Scapini dafür die Schuld beim Mitspieler suchte, zeugt von einigen Unstimmigkeiten in der Mannschaft des Aufsteigers, der am Saisonende wohl in den Playouts gleich wieder gegen den Abstieg wird kämpfen müssen. Scapini verlagerte danach sein Aufgabenfeld in der Folge gänzlich von „Stürmen“ hin zu „Lamentieren“. Egal, ob über Schiedsrichter oder Mitspieler.Nicht berauschend, aber gut genug war dagegen die Vorstellung des FC Südtirol. In der 28. Minute folgte der erste schöne Angriff der Weiß-Roten, wenn man vom Elfmeter in den Anfangsminuten absieht. Nach Pass von Bigeschi legte Campo auf für Mattia Marchin, der zu lange zauderte und auf Scavone ablegen musste. Scavones Schuss in Rücklage wurde zur Ecke abgefälscht. Bei dieser kam Bigeschi an den Ball, der Schuss ging jedoch knapp drüber.Die endgültige Entscheidung fiel mit dem zweiten schönen Angriff des FC Südtirol in der 37. Spielminute. Die Entstehung glich der vorhergegangenen Aktion. Wieder hatte Campo nach einem Steilpass auf der rechten Seite allen Platz und alle Zeit der Welt, flankte – diesmal mit dem Außenrist – zur Mitte, wo aus dem Hinterhalt Bigeschi an den Ball kam. Assistiert von Scavone gelang es Bigeschi, sich den Ball so auflegen, dass er mit einem harten Linksschuss ins lange Eck zum 2:0 abschließen konnte. Halbzeit zwei bot deutlich engagiertere Gäste, die nun zumindest dafür sorgten, dass die Verteidigung des FC Südtirol konzentriert bleiben musste. Zu viel mehr reichte es mangels Präzision im Passspiel und fehlender individueller Klasse nicht, sodass nie mehr so etwas wie Spannung im gut besetzten Drususstadion aufkam.Einzig ein Freistoß von Bertolini in der 47. Minute sorgte noch für etwas Aufregen. Die restlichen 43 Minuten plus Nachspielzeit danach plätscherten nur noch nahezu ereignislos dahin. Solide gespielt - locker gewonnenEs war kein Spiel, an das man sich noch länger erinnern wird. Der FC Südtirol zeigte keine mitreißende Leistung, doch er brauchte es auch nicht. Dafür war der Gegner nach dem frühen Gegentor ganz einfach zu harmlos. Ein richtiges Spiel war es auch nur eine Halbzeit plus die ersten fünf Minuten in der zweiten Spielhälfte. Pro Belvedere fehlte es an Waffen gegen eine Südtiroler Verteidigung, die schon über die gesamte Saison sehr diszipliniert spielt und die Räume eng macht. So war es auch nicht weiter verwunderlich, dass die Gäste nur bei ein, zwei Unachtsamkeiten in der Innenverteidigung in Tornähe gelangten.Spezia spielt erst morgenMit 50 Punkten liegt der FC Südtirol nun punktgleich mit Alghero (gewann in der Schlussphase noch mit 3:2 gegen Abstiegskandidat Villacidrese) und Spezia an der Spitze der Tabelle. Spezia hat aber noch ein Spiel zu absolvieren, und zwar am morgigen Montag gegen Pavia. Zu allen Tabellen geht es hier tp