Der FC Südtirol eröffnete das Spiel mit einem neuen Sturmduo. Erstmals starteten die beiden im Winter neu geholten Angreifer Mattia Marchi und Tonino Sorrentino gemeinsam von Beginn an. Sorrentino war erst am Karsamstag zu seinem Premiereneinsatz für die Weiß-Roten gekommen, allerdings nur als Einwechselspieler. In der Verteidigung ersetzte Walter Zullo den gesperrten Cascone.Anfangs herrschten noch strahlender Sonnenschein und frühlingshafte Temperaturen im Drususstadion. Und auch der Beginn der Partie erinnerte ein bisschen an einen gemütlichen Sommerkick. Beide Mannschaften waren erst einmal auf gegenseitiges Abklopfen bedacht.Erst in der neunten Spielminute gab es die erste Schussgelegenheit. Gäste-Stürmer Ricciardo prüfte mit einem Fernschuss FCS-Torwart Davide Zomer, dessen Faustabwehr die Gefahr aber bannte. Zwei Minuten später hatte Zullo bei einer grenzwertigen Attacke im Strafraum Glück, dass es nicht den durchaus möglichen Strafstoß für die Gäste gab.Villacidrese hatte danach aber schon seine Körner verschossen und wurde vom aktiver werdenden FC Südtirol mehr und mehr in die Defensive gedrängt. Zwar blieben auch die Weiß-Roten über weite Strecken hausbacken in ihren Versuchen, Chancen zu kreieren. Aber das Bemühen konnte man den Mannen von Trainer Sebastiani nicht absprechen.So entstand die erste Chance für die Südtiroler in der 12. Minute auch eher zufällig. Nach einer Freistoßflanke nahm Bacher den Ball auf, sein Torschuss verunglückte aber so sehr, dass Campo selbst den misslungenen Schussversuch aufnehmen konnte und erst in letzter Sekunde am Torschuss gehindert wurde. Den anschließenden Eckball setzte Sorrentino nur knapp über das Tor.Solange über Bozen noch die Sonne schien, solange blieb der FC Südtirol danach torungefährlich. Erst als die Kaltfront die Landeshauptstadt erreichte, begannen die Hausherren wieder druckvoller zu werden. Das Zauberwort für Torchancen aber lautete: Einzelaktionen.Linksverteidiger Marco Martin schaltete sich zweimal mangels Beschäftigung in seinem eigentlichen Aufgabenbereich ins Offensivspiel ein, mit dem Ergebnis von zwei mehr (33. Minute) oder weniger (28.) starken Fernschüssen.Vor allem der bessere der beiden Versuche in der 33. Minute forderte Gäste-Torwart Renè Pomarè und zwang ihn zu einer Faustabwehr zum Eckball.In der 37. Minute war es dann soweit: Das bis dahin bemühte, aber wirkungslos gebliebene Sturmduo sorgte mit einem sehenswerten Spielzug für das 1:0. Marchi verlängerte einen langen Ball von der linken Seite per Kopf in den Strafraum. Sorrentino drehte sich geschickt so zum Ball, dass er ihn mit einem technisch feinen Seitenfallzieher unhaltbar im Tor versenken konnte. Ein wunderschöner Treffer und aufgrund des größeren Bemühens auch verdient.Die zweite HalbzeitHalbzeit zwei bot fürs Erste einen FC Südtirol, der das Geschehen auf dem Platz souverän im Griff hatte, und eine Gäste-Elf aus Villacidrese, die ideenlos gegen die dichte Abwehrreihe anspielte. Mehr als einen harmlosen Weitschuss von Bombagi hatten die Gäste nicht zu bieten (54.).Das Spiel verlor mit der Zeit mehr und mehr an Struktur. Der Wechsel von Sorrentino auf Albanese tat dem Südtiroler Spiel alles andere als gut. Dabei hätte eigentlich der bessere Dribbler Albanese eine gute Option für einen solchen Spielverlauf sein müssen.Die Weiß-Roten hatten dennoch trotz einzelner Unkonzentriertheiten in der Abwehrarbeit und trotz einiger unmotivierter Querschläger das Spiel locker im Griff, bis in der 67. Minute Campo nach intentionaler Tätlichkeit mit der roten Karte vom Platz geschickt wurde.In der Folge ging auch die Ordnung verloren und Villacidrese gewann erstmals an diesem Nachmittag die Oberhand. Für den FC Südtirol ging es hauptsächlich noch darum, den schmucklosen Arbeitssieg heimzufahren. Bruggers Verletzung bringt die Wechselpläne durcheinanderTrainer Sebastiani wollte Cerchia für das zentrale Mittelfeld einwechseln, war jedoch durch eine Verletzung von Brugger gezwungen, kurzfristig umzudisponieren, wodurch Cerchia ein paar Minuten lang auf der rechten Verteidigerposition des Südtiroler Kapitäns ausharren musste. Erst in der 78. Minute war Ortolan bereit, eingewechselt zu werden, was der gesamten Mannschaft sichtlich mehr Stabilität gab.In der Schlussphase gelang es den Weiß-Roten, noch einige Konter zu fahren. In der 86. Minute hatte Manuel Scavone den Matchball auf dem Fuß, als er nach einem krassen Abwehrfehler der Gäste urplötzlich völlig allein vor Pomarè auftauchte. Scavone hatte jedoch nicht die Nerven, den Sack zuzumachen.So musste man noch einige Minuten lang bangen, aber letztendlich war die komplette Gäste-Offensivabteilung eine ganze Nummer zu schwach für Kiem und Co. Punktegleich ErsterEine Woche nach dem 0:4-Ausrutscher gegen Rodengo Saiano ist der FC Südtirol damit schnell wieder in die Erfolgsspur zurückgekehrt. Nicht nur das: Man ist jetzt sogar punktegleich mit Feralpisaló (3:1 gegen Carpenedolo) Tabellenerster. Feralpisaló hat allerdings das direkte Duell mit den Weiß-Roten bereits für sich entschieden (0:0, 2:1) und liegt dadurch bei jeweils 53 Punkten auf dem direkten Aufstiegsplatz.Auf Platz drei der Tabelle und nur einen Punkt hinter dem Spitzenduo stehen punktgleich Alghero (heute nur 1:1 gegen Pavia) und Spezia (0:1 gegen Valenzana). Letztere waren lange Zeit an der Spitze gelegen, zeigten jedoch zuletzt Schwächen. In zwei Wochen folgt das Schlager im Drususstadion: Südtirol gegen Spezia.Auf Platz sechs und damit die Nicht-Playoffzone hat Südtirol jetzt fünf Zähler Vorsprung bei noch vier ausstehenden Begegnungen.Alle Tabellen gibt es hier zu finden.tp