DIE ERSTE HALBZEIT: SEBASTIANIS SCHACHSPIELEFür Stamm-Innenverteidiger Pietro Cascone bot Alfredo Sebastiani Roberto Mirri auf. Schon nach wenigen Spielsekunden bot sich dem FC Südtirol die erste große Torchance, als Alessandro Furlan nach einer Flanke aus halbrechter Position Gäste-Torwart Andrea Servili zu einer Parade zwang. Das Spiel war für Servili ein Wiedersehen mit seinem alten Verein.Danach allerdings übernahm Alessandria mit aggressivem Pressing das Kommando im Spiel. Alessandria holte sich einige Bälle tief in der Südtiroler Hälfte, wo die weiß-rote Defensive Probleme hatte, das Leder unfallfrei zu entsorgen. Mehr als ein unpräziser Weitschuss durch Rechtsverteidiger Simone Ciancio schaute für die Gäste allerdings zunächst nicht heraus (4.).Die beste Chance hatte Alessandria nach einer wunderbaren Einzelaktion vom linken Flügelspieler Daniele Croce, dessen Flachpass von Verteidiger Roberto Mirri am Boden liegend zwei Meter vor dem leerenn Tor in einer riskanten Aktion geklärt wurde (15.).Nach gut 20 Minuten hatten sich die Südtiroler allerdings besser auf das körperliche und technisch trotzdem saubere Spiel der Gäste eingerichtet. In der 21. Minute verfehlte der wunderbar freigespielte Mattia Marchi das Tor mit einem ungenauen Drehschuss, vier Minuten später verstolperte Marchi ein Flanke von Campo.Danach tat sich lange Zeit wenig. Am interessantesten waren die Rochaden im Südtiroler Spiel. Mal 4-4-2, mal 4-1-4-1, mal 4-3-3, wobei vor allem Campo immer wieder auf unterschiedlichen Positionen auftauchte. Alessandria reagierte allerdings weder personell, noch spieltaktisch auf die vielen Südtiroler Positionswechsel.In der 42. Minute verpasste Loris Damonte nach einem Eckball per Kopf für die Gäste, auf der Gegenseite wurde ein Weitschuss von Campo abgefälscht, blieb allerdings ungefährlich.Die beste Südtiroler Chance bot sich in der 45. Minute dem ansonsten abgetauchten Alfredo Romano. Durch Fischnallers Flanke am Fünfmeterraum exzellent freigespielt, wunderte sich anschließend nicht nur Romano darüber, wie sein Kopfball anstatt ins leere Tor nur an den Innenpfosten springen konnte.DIE ZWEITE HALBZEIT: CAMILLUCCI BRICHT DEN BANNAlessandria kam sehr motiviert aus den Kabinen, brachte es nun auch zustande, Mittelstürmer Stefano Scappini in Szene zu setzen. Scappini verpasste in der 50. Minute per Kopf, vier Minuten später nach einer Freistoßvariante mit einer sehenswerten Direktabnahme aus der Luft.Der FC Südtirol hatte in den folgenden Minuten seine beste Phase, mit einem Schuss von Romano (56.), der in dieser Szene allerdings den besser postierten Campo übersah. Zwei Minuten später setzte Marco Martin einen technisch feinen Schuss knapp drüber.59. Minute und zum ersten Mal unterlief der Südtiroler Innenverteidigung in Person von Cascone-Ersatzmann Mirri ein Stellungsfehler. Scapini zog sofort ab, doch der Ball ging drüber.In der 62. Minute brachte der Südtiroler Defensivverbund den Ball nicht aus der Gefahrenzone, diesmal schoss Cristiano Camillucci sofort. Sein Linksschuss schlug im linken unteren Eck für Zomer unhaltbar ein zum 0:1.Vier Minuten später war Camillucci als Eckballschütze der Vorlagengeber zum 0:2. Der von Ciancio verlängerte Ball landete zwei Meter vor dem Tor vor den Füßen Damontes, der problemlos eindrückte (66.).Eine Weile lang war der FC Südtirol zu keiner Reaktion imstande, Sebastianis Wechsel blieben wirklungslos und Alessandria spielte die Zeit mit Ballstafetten und Spielunterbrechungen hinunter. Fast wie aus dem Nichts der Anschlusstreffer des FC Südtirol: Die präzise Flanke von Martin sowie die saubere Direktabnahme Marchi waren die Zutaten zu diesem feinen Tor (82.).Die Weiß-Roten waren danach engagiert, konnten sich aber keine Torchance mehr erspielen. Schlechte Freistöße und Ungenaugkeiten im Passspiel verhinderten an diesem Tag einen durchaus möglichen Punktgewinn. Im Gegensatz dazu hatten die Gäste durch den eingewechselten Bryan Machado noch einen schönen Weitschuss zu bieten (91.).FC Südtirol: Zomer; Traorè, Kiem, Mirri, Martin; Furlan, Burato (80. Mariano Romano), Alfredo Romano (87. Baccolo), Campo; Marchi, Manuel Fischnaller (68. Virdis). Trainer: Alfredo SebastianiAlessandria: Servili; Ciancio, Romeo, Cammaroto, Bonomi (75. Puccino); Damonte, Camillucci; Negrini, Martini, Croce (46. Machado); Scappini (83. Segarelli).Trainer: Maurizio SarriSchiedsrichter: Luca Barbeno aus BresciaTore: 0:1 Camillucci (62.), 0:2 Damonte (66.), 1:2 Marchi (82.)Der FC Südtirol in der Einzelkritik.tp