Im Zuge einer Multivisionsshow, organisiert vom Tourismusverein St. Ulrich im Zentrum des Dorfes, wurden vor Hunderten von Zuschauern Fotos des wohl bekanntesten Fotografen der Formel 1, Ercole Colombo, und von dessen Assistenten Alberto Crippa gezeigt.Unter den Gästen waren neben Domenicali auch zwei der bekanntesten Formel 1-Journalisten der letzten 20 Jahre: Ezio Zermiani, der Gröden schon öfters besucht hat, und Gianfranco Palazzoli. Beide haben zusammen in den 80er und 90er Jahren für die Rai über die Formel 1 berichtet.Themenschwerpunkt der Multivisionsshow waren die „Scuderia Ferrari“ und die Ausnahmetalente Michael Schumacher und Ayrton Senna.Colombo hat 1970 als Fotograf im Formel 1-Zirkus begonnen und 636 Formel 1-Rennen live miterlebt - ein absoluter Rekord.Der Fotograf hat in den letzten 30 Jahren auch etliche Bücher geschrieben und verschiedene Auszeichnungen für seine Arbeit erhalten.Als das schönste Foto seiner Karriere bezeichnete Colombo in St. Ulrich ein Bild von Enzo Ferrari und Gilles Villeneuve in schwarz-weiß: Es zeigt jenen Moment, in dem Ferrari dem jungen Piloten nach einem Unfall einen Kuss auf die Stirn gibt.„Es war ein unglaublicher Moment und ein Glücksfall, denn Enzo Ferrari hat diese Geste scheinbar bei keinem weiteren Piloten wiederholt“, erklärte Colombo."Unser Auto liebt eher warme, als kalte Pisten"Stefano Domenicali, in Imola geboren und aufgewachsen, gehört seit 1991 zum Team Ferrari. 2007 wurde er zum Teamchef der „Scuderia“ und zum Nachfolger von Jean Todt ernannt. Nach der Show stellte sich Domenicali einigen Fragen. Wann wird Ferrari wieder um die WM mitkämpfen können?Stefano Domenicali: Der erste Teil der Saison war für uns sehr schwierig. Dank der sehr guten Arbeit der Entwickler und Mechaniker haben wir aber jetzt ein sehr gutes Auto. Ich bin sehr zuversichtlich, dass wir in der zweiten Hälfte der Rennsaison tolle Resultate einfahren können.Haben die kalten Temperaturen die Resultate der Ferrari-Boliden negativ beeinflusst?Domenicali: Ja, unser Auto liebt eher warme, als kalte Pisten. Wir hoffen deshalb, dass wir in den nächsten Rennen schönes und warmes Wetter haben. Das wäre für uns sicher von Vorteil.Wer ist der bessere Fahrer, Michael Schumacher oder Fernando Alonso?Domenicali: Es sind beide wirklich absolute Ausnahmetalente und Top-Fahrer. Die sieben WM-Titel von Michael sagen aber alles...Wie war die Stimmung bei der Scuderia nach dem letztjährigen Debakel?Domenicali: Die Enttäuschung bei uns war unglaublich groß. Die WM im letzten Rennen so zu verlieren, hat sehr weh getan. Der Winter war sehr hart und es war meine Aufgabe, die Mannschaft wieder neu zu motivieren. Ich glaube, das ist mir gelungen. Das Team arbeitet wirklich sehr gut udn arbeitet sehr konzentriert.Wann wird wieder ein italienischer Fahrer in einem Ferrari-Cockpit sitzen?Domenicali: Vor etwas mehr als einem Jahr haben wir das Projekt „Driver Academy“ ins Leben gerufen, um u.a. auch junge italienische Fahrer zu fördern. Für die nächsten fünf bis sechs Jahre sehe ich aber nur sehr geringe Chancen, dass ein italienischer Pilot einen Ferrari fahren wird.Was zieht Sie nach Gröden?Domenicali: Meine Familie verbindet eine enge Freundschaft mit einer Grödner Familie. Im Winter war Ferrari schon mehrmals mit der Mannschaft und den Fahrern hier und es hat uns immer sehr gut gefallen. Die Gastfreundschaft ist bemerkenswert. Wir fühlen uns in Gröden sehr wohl und werden im nächsten Winter mit der Mannschaft sicher wieder kommen. Wann, verraten wir allerdings nicht.pas