Teamchef Stefano Domenicali enthüllte das neue Auto am Firmensitz in Maranello.Vor allem die im Vorjahr argen Probleme mit der Aerodynamik sollen ausgemerzt sein. Ferrari, das einzige Team, das seit 1950 ununterbrochen in der Formel 1 fährt, hat sich dabei vor allem am Red-Bull-Team orientiert. So ist die Oberkante des Cockpits höher als bisher. Zudem hat der neue Bolide wie das Red-Bull-Vorjahresmodell eine Mulde in der Nase und deutlich mehr weiße Elemente.Wegen des neuen Reglements ist der F10 auch länger als sein Vorgänger F60. Da in der kommenden Saison während der Rennen nicht mehr getankt werden darf, wird ein fast doppelt so großer Tank benötigt. Er fasst nun rund 230 Liter. Das Getriebe haben die Ferrari-Ingenieure dagegen schmaler gebaut. So soll der für die Aerodynamik wichtige Doppel-Diffusor am Unterboden optimal arbeiten können.„Die vergangene Saison war nicht sehr positiv für uns. Deshalb wollen wir jetzt wieder konkurrenzfähig sein. Diese WM ist sehr wichtig für uns“, betonte Domenicali. Im Vorjahr war Ferrari meist hinterhergefahren, lediglich dem inzwischen in die Rallye-WM „abgeschobenen“ Finnen Kimi Räikkönen war in Spa-Francorchamps ein Grand-Prix-Sieg gelungen. „Es ist wichtig, dass wir unsere Glaubwürdigkeit wiederherstellen“, forderte deshalb Ferrari-Präsident Luca di Montezemolo in seiner Eröffnungsrede.Große Hoffnungen setzt Ferrari neben dem bewährten Brasilianer Felipe Massa, der nach seinem schweren Unfall im vergangenen Juli sein Comeback gibt, vor allem in den zweifachen Ex-Weltmeister Fernando Alonso, der von Renault verpflichtet wurde. „Er zählt schon zu den großen Champions der Formel 1. Es ist der richtige Moment für ihn und für uns“, glaubt Domenicali an die Titelchance des Spaniers.„Das ist ein ganz besonderes Gefühl für mich. Wir wollen die Ferrari-Fans in aller Welt stolz machen und mit diesem Auto den Titel holen“, weiß Neuzugang Alonso, was die Ferraristi von ihm erwarten. Eis auf der Hausstrecke in Fiorano verhinderte jedoch am Donnerstag die geplante Probefahrt des F10 und damit eine perfekte Präsentation.Für den in Budapest schwer verunglückten Massa hingegen markierte die Enthüllung des neuen Autos einen weiteren Schritt zurück in den Formel-1-Alltag. „Ich bin einfach glücklich, hier zu sein“, sagte der 28-Jährige. Nach seinem Horror-Crash in Ungarn hatte er die zweite Saisonhälfte verpasst und muss nun wohl erst einmal die letzten Zweifel an seinem Leistungsvermögen ausräumen. „Felipe ist nach seinem Unfall stärker als davor. Wir glauben an ihn“, betonte Di Montezemolo.apa/dpa