Donnerstag, 21. April 2016

Feuer und Flamme - die olympische Fackel brennt

Das olympische Feuer für die Sommerspiele in Rio de Janeiro ist am Donnerstag in der antiken Stätte von Olympia in Griechenland entzündet worden. Das Feuer wurde traditionell mit Hilfe eines Parabolspiegels und der Sonnenstrahlen entfacht. In den kommenden Wochen wird das Feuer mehr als 20.000 Kilometer auf dem Landweg und 10.000 Kilometer in der Luft zurücklegen. Die Organisatoren von Rio 2016 gehen dann ungewöhnliche Wege.

Die Olympische Flamme brennt.
Die Olympische Flamme brennt. - Foto: © APA/AFP

Im Beisein von IOC-Präsident Thomas Bach wurde am Donnerstag im griechischen Olympia das olympische Feuer entzündet. Der Fackellauf in Brasilien startet am 3. Mai. 12.000 Fackelträger werden das Feuer in 329 Städte Brasiliens tragen, ehe es am 5. August das Olympiastadion von Rio erreichen wird.

Ein eleganter Kniefall einer als Hohe Priesterin kostümierten Schauspielerin und einen Moment später brennt sie, die Olympische Fackel - einem zuvor im Heiligtum der Göttin Hera installierten Brennspiegel sei Dank. - Foto: AFP

Olympia mit oder ohne Präsidentin?

Präsidentin Dilma Rousseff, die gegen ihre Amtsenthebung kämpft, schickte ihren Sportminister Ricardo Leyser nach Olympia. Ihr werden unter anderem Tricksereien beim Staatshaushalt vorgeworfen. Wenn der Senat im Mai mit einfacher Mehrheit beschließt, sie zur juristischen Prüfung der Vorwürfe für zunächst 180 Tage zu suspendieren, würde statt Rousseff Vizepräsident Michel Temer von der Partei PMDB die Spiele eröffnen.

Ungewöhnlicher Standort

Die Olympische Flamme wird bei den Spielen in Rio de Janeiro einen ungewöhnlichen Standort bekommen. Sie soll nach der Entzündung bei der Eröffnungsfeier im Maracanã-Stadion einen Platz im Zentrum Rios erhalten, sagte ein Sprecher des Organisationskomitees der Deutschen Presse-Agentur.
Die Details würden aber noch nicht preisgegeben. Wie die Zeitung „Folha de Sao Paulo“ berichtete, könnte die Flamme in der Hafengegend ihren Platz finden, wo auch ein großer Olympiaboulevard geplant ist. Zur Schlussfeier soll die Flamme dann wieder in das Maracanã-Stadion kommen und dort erlöschen.

Ende April werden die brasilianischen Organisatoren die Fackel in Athen übernehmen, am 3. Mai soll sie in der Hauptstadt Brasilia eintreffen. - Foto: AFP

Ähnlich wie bei den Winterspielen 2014 im russischen Sotschi könnte das Feuer dann dort seinen Platz finden, wo viele Olympiatouristen vorbeischauen – aber jenseits der Wettkampfstätten.
Vielleicht aber mit Postkartenmotiven wie dem Zuckerhut im Hintergrund. Die ersten Spiele in Südamerika finden über die ganze Stadt verteilt statt. Normalerweise bleibt die Flamme im Olympiastadion – aber bei Rio 2016 gibt es kein klassisches Olympiastadion, das das Zentrum bildet.

Sportstätten sind 40 Kilometer entfernt

Eröffnungs- und Schlussfeier finden im Fußballtempel Maracanã statt, die Leichtathletikwettbewerbe werden hingegen im auf 60.000 Zuschauer ausgebauten Stadion des Fußballclubs Botafogo ausgetragen, das während der Spiele zum Olympiastadion João Havelange wird. Das Herz der Spiele wird mit 14 Sportstätten der Olympiapark in Barra sein, der fast 40 Kilometer vom Zentrum der Metropole entfernt liegt.

dpa

stol