Donnerstag, 04. Juni 2015

FIFA: 5 Millionen Euro "Schweigegeld" für Irland

Der Weltfußballverband soll den irischen Verband nach dem WM-Quali-Aus 2010 bezahlt haben, damit die Iren nach dem umstrittenem Scheitern gegen Frankreich nicht prozessieren.

Die dunklen Schatten rund um die FIFA nehmen zu.
Die dunklen Schatten rund um die FIFA nehmen zu. - Foto: © APA/EPA

Irlands Fußball-Verband (FAI) hat nach Angaben seines Präsidenten John Delaney vom Weltverband (FIFA) eine Zahlung erhalten, damit die FAI nicht rechtlich gegen das umstrittene Aus in der WM-Qualifikation für 2010 vorgeht.

Die Summe dürfte fünf Millionen Euro gewesen sein, Delaney aber nannte am Donnerstag im irischen Radiosender RTE mit Verweis auf Vertraulichkeit keine Zahl.

Irland war im November 2009 im Play-off-Rückspiel in Frankreich mit 1:1 nach Verlängerung unglücklich ausgeschieden. Dem Ausgleichstreffer in Paris ging ein nicht geahndetes Handspiel von Thierry Henry voraus.

Der irische Verband hatte daraufhin beantragt, als 33. Teilnehmer zur WM-Endrunde in Südafrika zugelassen zu werden, war damit aber gescheitert.

Delaney beklagte im Radio-Interview, FIFA-Präsident Joseph Blatter habe die Iren ausgelacht. Er habe sich daraufhin beschwert, dabei seien Kraftausdrücke gefallen.

„Wir sind zu einer Übereinkunft gekommen. Das war an einem Donnerstag, und am Montag wurde sie unterzeichnet und war unter Dach und Fach. Es war eine sehr gute Übereinkunft für die FAI und eine sehr berechtigte“, erklärte Delaney.

Laut FIFA war es ein "Darlehen"

Die FIFA hat eine Zahlung von fünf Millionen Dollar an den irischen Verband (FAI) als Kompensation für die verpasste WM-Teilnahme 2010 eingeräumt.

In einem der englischen Zeitung „The Guardian“ vorliegenden Statement teilte die FIFA mit, dass die Summe als Darlehen für den Bau eines Stadions vorgesehen war.

Die FIFA habe später entschieden, den Betrag zum 31. Dezember 2014 abzuschreiben.

Irland widerspricht: „Kein Darlehen“

Der FIFA-Darstellung widersprach der irische Verband am späten Donnerstagabend. Die Zahlung sei auf Grundlage eines Vergleichs erfolgt und kein Darlehen gewesen, teilte die FAI mit. Außerdem habe es sich nicht um fünf Millionen Dollar, sondern um fünf Millionen Euro gehandelt.

„Die Abmachung der FIFA mit dem irischen Verband hat zu keiner Zeit einen Einfluss auf unsere kritische Haltung der FIFA gegenüber gehabt. Außerdem war Vertraulichkeit die einzige Bedingung dieser Regelung“, hieß es in einer FAI-Stellungnahme.

Von FIFA-Seite war davor noch argumentiert worden, dass die Summe von den Iren bei einer erfolgreichen Qualifikation für die WM-Endrunde 2014 in Brasilien zurückerstattet werden hätte sollen. Nach erneut verpasster Qualifikation habe man entschieden, den Betrag abzuschreiben.

apa/dpa/Reuters/afp

stol