Mittwoch, 16. März 2016

Fill zum Sieg: "Es war ein Traum - der Fluch ist vorbei"

Er hat es geschafft und sich als erster Südtiroler und überhaupt erster männlicher Athlet der italienischen Nationalmannschaft die Kristallkugel im Abfahrtsweltcup geholt. Was der Kastelruther an so einem glorreichen Tag über einen finsteren Start, ein schlechtes Ergebnis und den größten Erfolg überhaupt erzählt, STOL verrät es Ihnen.

Peter Fill mit Kugel.
Peter Fill mit Kugel.

Die Kugel zum Greifen nah, die Chance so groß, wie noch nie: Und das Beste zum Schluss. Denn Peter Fill ging bei der letzten Abfahrt der Saison als allerletzter Fahrer ins Rennen. Spannender kann der Kampf um den Sieg in der Abfahrtswertung nicht sein (STOL hat über das Zittern bis zum Schluss berichtet; Beobachten Sie Fills Reaktion im Video ab 1.40 Minuten). 

Fill berichtet nun über die letzten Momente vor dem Start: "Ich habe versucht, mich abzukapseln und alles um mich auszuschalten." Nervös sei er gar nicht gewesen, den Blick auf die Umgebung, das Wetter gerichtet. Es schien alles gut soweit, sagt Fill, der gar einen kleinen Streifen Sonne erspähen konnte. 

Der finstere Start

"Aber als ich dann aber im Starthaus stand, war alles finster. Es war nicht leicht", so der Kastelruther, der dadurch nicht den kürzesten Weg und die beste Linie fahren konnte. 
"Ich war ein wenig verkrampft. Es war mein größter Traum. Wenn man weiß, was das für einen bedeutet, dann kann man verstehen, dass ich während des Rennen nicht so wirklich locker war", gibt der Abfahrtskönig zu. 

Das schlechteste Ergebnis

Doch ganz egal. Auch ein 10. Platz hat gereicht, um die Führung im Abfahrtsweltcup zu übernehmen, um die Kugel zu holen (STOL hat berichtet). "Heute habe ich in der Abfahrt das schlechteste Ergebnis der Weltcupsaison eingefahren, aber auch den größten Erfolg", schmunzelt ein glücklicher Gewinner. 

Original ist diese Kugel zwar nicht, die Feierlaune des Fanclubs von Peter Fill mindert das aber keineswegs. - Foto: Peter Fill-Fanclub

 

Der Erfolg bricht den Fluch

Und auch über die Bedeutung dessen, was so eine Kugel - die allererste Abfahrtskugel der Herren für Südtirol und Italien - mit sich bringen kann, macht sich Fill Gedanken. "Ich hoffe schon, dass es etwas Nachhall hat."
Und noch etwas fügt er hinzu: "Ich bin froh, dass wir den Österreichern die Erfolge in der Abfahrt streitig machen können. Der Fluch der Italiener ist vorbei."

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stol/ker

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In der Abfahrt haben es die männlichen Athleten im italienischen Team bislang nie geschafft, eine Kristallkugel zu holen. Diese Südtiroler schafften es in der Abfahrtsgesamtwertung aber auf Rang 2: Herbert Plank (1975/76), Michael Mair (1987/88) sowie Rang 3: Marcello Varallo (1972/73), Herbert Plank (1973/74, 1974/75, 1976/78 und 1979/80), Michael Mair (1985/86), Werner Heel (2009/10) und Dominik Paris (2012/13 und 2015/16).
Bei den Frauen hat Isolde Kostner 2000/01 und 2001/02 die kleine Kristallkugel in der Abfahrt geholt. 1999/2000 wurde sie Dritte in der Abfahrtswertung. 

stol