Dienstag, 01. November 2016

Formel 1: Vettel und Verstappen im Kreuzfeuer der Kritik

Sebastian Vettel war nach dem GP vom Sonntag richtig in Rage. Nach einem Zweikampf mit Max Verstappen in Mexiko beschimpfte der Ferrari-Star den Youngster und die Rennleitung. Vettel und Verstappen nährten eine Debatte über die richtige Formel-1-Etikette.

Sebastian Vettel droht eine Disziplinarstrafe wegen Beleidigung des Rennleiters.
Sebastian Vettel droht eine Disziplinarstrafe wegen Beleidigung des Rennleiters. - Foto: © LaPresse

Sebastian Vettel mit seinen Schimpftiraden und Max Verstappen mit seinen „Harakiri“-Aktionen haben eine Debatte über Formel-1-Benimmregeln befeuert. Völlig außer sich fluchte Ferrari-Star Vettel in Mexiko via Boxenfunk nach einem fragwürdigen Manöver des ungestümen Red-Bull-Youngsters; dem Rennleiter Charlie Whiting widmete er ein kräftiges, italienisches "Vaff...". 

"In keiner Sportart darf man den Schiedsrichter beleidigen"

Vettel zog sich damit den Zorn seines früheren Rennstalls zu. „In der Hitze des Gefechts entladen sich beim Fahrer immer Emotionen“, zeigte Vettels ehemaliger Teamchef Christian Horner noch Verständnis für den emotionalen Ausbruch. „In keiner Sportart darf man jedoch den Schiedsrichter beleidigen. Ich würde mich daher wundern, wenn er dafür nicht verwarnt wird.“

Der Auslöser für Vettels unflätige Entgleisung in Richtung Rennleiter Whiting war das vehemente Abwehrverhalten von Verstappen, der den Heppenheimer nicht passieren ließ. Später entschuldigte sich der viermalige Weltmeister bei dem Briten für sein Verhalten. Für einen unerlaubten Spurwechsel beim Anbremsen wurde Vettel nachträglich bestraft und fiel vom dritten auf den fünften Platz zurück.

Schon im Training hatte sich Vettel in der Wortwahl gegen Fernando Alonso von McLaren vergriffen.

"Vettel sollte zurück in den Kindergarten"

Der erst 19 Jahre alte Verstappen ließ die Flucharie des Deutschen nicht auf sich sitzen. „Er hat vor niemandem Respekt, er ist im Moment ein frustrierter Typ. Er sollte zurück in den Kindergarten“, ätzte Verstappen, der mit seinem oft wilden Fahrstil Auslöser für die zum USA-Rennen eingeführte neue Regel zum Spurwechselverbot in der Bremszone war.

Auch Vettels früherer Förderer, Red-Bull-Motorsportberater Helmut Marko, kritisierte den Deutschen. „Seine Wortwahl war alles andere als erstklassig“, meinte der Österreicher. Überhaupt sei die gesamte Situation „eines vierfachen Champions nicht würdig“.

Vettel war sehr "arrabbiato"

Vettel hatte seinen Ausraster mit der aufgeheizten Schlussphase begründet. „So wünscht man sich keinen Rennausgang, dass man über die Linie fährt und einen Hals hat, dass einem der Kragen platzt“, sagte der Hesse. Er sei offensichtlich sehr „arrabbiato“, also grantig, gewesen. „Ich denke, ich habe getan, was ich tun musste und habe Max in einen Fehler gedrängt. Er wurde dann angewiesen, die Position zurückzugeben, hat sich aber nicht bewegt.“

Neben Wüterich Vettel musste sich erneut auch Verstappen Kritik gefallen lassen, der sich bereits den Ruf als unbelehrbarer Pisten-Rowdy erworben hat. Diesmal machte auch die Mercedes-Spitze ihrem Ärger Luft, nachdem Verstappen in der ersten Runde eine Kollision mit Nico Rosberg eingegangen war. Der Silberpfeil-Pilot sprach von „ein bisschen Harakiri“ des 19-Jährigen.

"Verstappen ist ein Wiederholungstäter"

„Diese Aktion ist für mich inakzeptabel“, kritisierte Teamaufsichtsrat Niki Lauda. „Irgendwann muss das mal in seinen Kopf rein, er ist ein Wiederholungstäter.“ Lauda empfahl Verstappen rasche Mäßigung. „Er muss aufhören, so großkopfert Autorennen zu fahren. Die Wut der anderen Fahrer wird immer größer, irgendwann werden sie dem eine geben.“

dpa

stol