Sonntag, 26. Juni 2016

Fünfter Grand-Slam-Sieg für Djokovic in Folge wäre historisch

Serbiens Tennis-Star Novak Djokovic ist im Besitz aller vier Grand-Slam-Titel und geht in den nächsten zwei Wochen auf seinen fünften Coup in Folge los.

Foto: © APA/AP

Sollte der 29-Jährige am zweiten Juli-Wochenende zum vierten Mal in Wimbledon triumphieren, wäre er der erst zweite Spieler bei den Herren mit fünf Major-Titeln in Folge. Don Budge (USA) hatte 1937 bis 1939 gar sechsmal en suite triumphiert.

Statistisch gesehen sind die Chancen auf eine erfolgreiche Titelverteidigung bei keinem anderen Grand Slam besser als beim Londoner Klassiker. In der „Open Era“ (seit 1968) holten gleich 18 Gewinner vom Vorjahr den Titel erneut. Bei den French Open waren es in diesem Zeitraum 16 erfolgreiche Titelverteidigungen sowie bei den Australian und US Open jeweils lediglich deren zwölf.

Rekorde für Djokovic und Federer in Sicht

Djokovic startet am Montag (14.00 Uhr) auf dem Center Court gegen den britischen Wildcard-Spieler James Ward als klarer Favorit in das Turnier. Nur einmal in den vergangenen 48 Jahren verlor ein Titelverteidiger in einer ersten Wimbledon-Runde, nämlich Lleyton Hewitt (AUS) 2003. Geht Djokovic seinen Weg bis zu einem Finalsieg, würde er mit 13 Major-Titeln alleinige Nummer vier in diesem Ranking sein.

Aber auch Roger Federer hat von seinem Montag-Match gegen Guido Pella (ARG) einige Rekorde in Griffweite. Mit seinem achten Wimbledon-Titelgewinn wäre der Schweizer dort alleiniger Rekordgewinner. Nur Rafael Nadal (ESP) hat in Paris mehr, nämlich neun. Sollte Federer überdies ins Viertelfinale einziehen, hätte er 84 Wimbledon-Matchsiege und damit gleich viel wie Leader Jimmy Connors (USA).

Federer schied zwar in beiden seinen Vorbereitungsturnieren (Stuttgart, Halle) im Halbfinale aus, fühlt sich aber so gut auf Wimbledon vorbereitet wie in vergangenen Jahren. Denn der 34-Jährige kam trotzdem auf sieben Rasen-Matches. „Die vielen Spiele haben mir extrem viel Selbstvertrauen für das Knie, den Rücken und den Kopf gegeben“, sagte der Eidgenosse, heuer noch ohne Titel und mit nur sechs Turnier-Teilnahmen.

Auch deswegen will er noch nicht an mögliche Duelle im Viertelfinale mit dem Japaner Kei Nishikori oder im Halbfinale mit Djokovic denken. „Ich bin extrem fokussiert auf die ersten Runden. Das war ich zwar in anderen Jahren auch, aber diesmal speziell.“ Sein Landsmann Stan Wawrinka trainiert bereits seit gut zwei Wochen in London, mit seinem Rasen-Coach Richard Krajicek hat „Stan the man“ zweifellos einiges vor.

Mit seinem Haupt-Coach Magnus Norman und Krajicek hätten sie an Sachen gearbeitet, bei denen der Wimbledonsieger von 1996 besonders hilfreich sei. „Taktische Sachen, mentale, aber das meiste behalten wir lieber für uns.“ Es ist nicht ausgeschlossen, dass die Zusammenarbeit mit Krajicek über Wimbledon hinaus verlängert wird. Auf Rasen fühle er sich jedenfalls immer besser.

apa/dpa

stol