Vorgefallen ist die strittige Szene im Spiel St. Pauls gegen den FC Neugries. Auf der Homepage der Gastgeber findet sich folgende Beschreibung: “Aufregung gab es beim folgenden Anstoß, als Staffler das Leder direkt über Saddei (Anm.: Torhüter) ins Neugries-Tor schoss. Der Unparteiische erkannte den Treffer aber nicht an.” Etwas anders die Darstellung auf Seiten der Bozner, die frei übersetzt wird. “Beim Anstoß nach dem 2:2 schießt Staffler direkt aufs Tor, da aber vorher ein Mitspieler den Ball nach hinten, und nicht nach vorne angestoßen hat, unterbricht der Schiedsrichter sofort das Spiel, der Ball landet auch im Tor (aber lange nach dem Pfiff des Schiedsrichters), der dann die vorherige Unterbrechung, trotz Jubelns der Spieler der Heimmannschaft, bestätigt.” Passiert ist das Ganze in der 74. Minute, sicher ist zunächst, dass der Schiedsrichter seinem Namen keine große Ehre gemacht hat.Auch wenn eingeräumt werden muss, dass es sich hier um die Anwendung, bzw. Bewertung einer Regel handelt, die einen seltenen Fall beschreibt. Fast vergleichbar mit dem ominösen Elfmeter zwischen Tramin und Dro.Vielleicht ist es auch passiert, weil in der Praxis der Anstoß immer von zwei Spielern vorgenommen wird. Die sich beim Anstoß im Mittelkreis befinden, einer davon spielt den Ball nach vorne, während der andere das Spiel fortsetzt. Daraus ist vielleicht ein indirekter Anstoß abgleitet, dass ein direkter Schuss ins Tor nicht gültig sein kann. Dazu sagen die Regeln aber etwas anderes, aber dazu später mehr. Schenkt man den Aussagen der Paulsner Glauben, dann hat SR. Der Schiedsrichter hat seine Aberkennung oder Nichtanerkennung (je nachdem, ob er vor oder nach dem Eintritt des Balles ins Tor gepfiffen hat) genau damit begründet. “Ein direkt getretener Anstoß ist nicht gültig” oder so ähnlich soll er gesagt haben, immer laut Informationen aus dem Paulsner Lager.Der Anstoß, definiert als das in das Spielbringen des Balles am Beginn einer Halbzeit, einer jeden Nachspielzeit oder nach einem Tor, ist durch die Regel acht beschrieben. Sie besagt, dass der Ball im Spiel ist, wenn er nach vorne, also in die gegnerische Hälfte, gespielt wurde. Zumindest eine Umdrehung, er kann aber auch viele Meter weit rollen oder fliegen. Man kann ihn auch den Gegenspielern, die beim Anstoß in der eigenen Hälfte und außerhalb des Mittelkreises sein müssen, zuspielen.Ist nicht verboten. Um zu verhindern, dass der nach vorne zu spielende Ball nicht von einem Gegenspieler erlaufen wird, ist meist ein Mitspieler da, der den Ball aufnimmt, denn der anstoßende Spieler darf den Ball nicht zwei Mal, ohne zwischenzeitlicher Berührung durch einen anderen, spielen.Bis hier ist alles bestens bekannt, wie ist es aber, wenn beim Anstoß der Ball mit einem direkten Schuss im gegnerischen Tor landet? Die Regel sagt klar, ein solches Tor zählt. Voraussetzung ist nur, der Ball wurde vom Schiedsrichter durch einen Pfiff vorher freigegeben.Den vollinhaltlichen Blog-Eintrag lesen Sie hier.