Dienstag, 13. Oktober 2015

Fußball-EM: Die (fast) letzten Tickets werden vergeben

Die Fußball-EM 2016 wird ein Turnier der Debütanten. Länder wie Albanien, Island, Wales und Nordirland sind erstmals bei einer EURO dabei, während dem WM-Dritten Niederlande die Zuschauerrolle droht. Am Dienstagabend stehen die letzten neun Quali-Spiele an, dann werden 20 der 24 Starter feststehen. Die restliche Vier werden aus der Relegation hervorgehen.

Robin van Persie (Mitte) und seine holländischen Teamkollegen beim Abschlusstraining vor dem entscheidenden Match gegen Tschechien.
Robin van Persie (Mitte) und seine holländischen Teamkollegen beim Abschlusstraining vor dem entscheidenden Match gegen Tschechien. - Foto: © APA/EPA

Während in den Niederlanden die Hoffnungen auf den Relegationsplatz gegen null tendieren, jubelte ganz Albanien am Montag über eine Fotomontage in den sozialen Netzwerken. Das Bild zeigt den Eiffelturm, an dem die überdimensionierte albanische Nationalfahne weht. „Ein unmöglicher Traum wird wahr“, erklärte Regierungschef Edi Rama nach dem 3:0-Sieg in Armenien, mit dem das Balkan-Land am Sonntagabend erstmals das Ticket für eine EM-Endrunde löste.

Albanien ist nach Island, Nordirland und Wales bereits der vierte Debütant, der nächstes Jahr in Frankreich dabei sein wird. Dort wollen die Neulinge die Schwergewichte wie bisher ärgern. Die Albaner schickten Ex-Europameister Dänemark in die Relegation, die Nordiren und die Waliser ließen die WM-Teilnehmer Griechenland und Bosnien-Herzegowina hinter sich, die Isländer brachten mit ihren zwei Sensationssiegen den WM-Dritten Niederlande in größte Not.

Vieles spricht gegen Holland

„Das ist undenkbar“, lautete in Holland der Tenor vor dem Dienstag-Heimspiel gegen Tschechien. Oranje muss ohne den verletzten Arjen Robben gewinnen und dazu auf eine Niederlage der Türkei gegen Island hoffen. Der umstrittene Trainer Danny Blind hat zwei Torhüter nachnominiert, sein Posten wackelt. Fußball-Legende Johan Cruyff forderte strukturelle Änderungen beim Verband.

Die Partie zwischen der Türkei und Island in Konya wird überschattet von dem Attentat in Ankara mit fast 100 Toten. „Der Schmerz ist groß“, sagte Leverkusens Profi Hakan Calhanoglu. Sportlich setzt er voll auf Sieg. „Frankreich ohne die Türkei ist nicht vorstellbar“, erklärte Calhanoglu.

Türkei sogar bester Gruppendritter?

Die Türkei könnte sich eventuell sogar als bester Gruppendritter direkt für die EM qualifizieren - ohne Relegationsspiele. Dafür müssen die Türken gegen Island gewinnen und zugleich auf einen Sieg von Kasachstan in Lettland hoffen. Andernfalls sichert sich Ungarn das EM-Ticket als bester Gruppendritter.

Gruppe H: Norwegen und Kroatien kämpfen um EM-Startplatz

Hinter dem brisanten Zweikampf um Platz drei in der Gruppe A verblassen die anderen Entscheidungen am letzten Spieltag. Norwegen (19 Punkte) und Kroatien (17) kämpfen in der Gruppe H in einem Fernduell um Platz zwei. Die Kroaten haben auf Malta die leichtere Aufgabe zu lösen. Die Norweger müssen in Italien gewinnen, um ganz sicher zu gehen. Bei Punktgleichheit hat Kroatien die Nase vorn.

Für Italien geht es noch um einen Platz in Topf 1 bei der EM-Auslosung am 12. Dezember. Derzeit liegt die „Squadra Azzurra“ im zweiten Topf. Falls Belgien am Dienstag verliert, könnte Italien aber noch in Topf 1 aufsteigen.

Gruppe B: drei Anwärter auf Relegation

In der Gruppe B hoffen mit Bosnien-Herzegowina (14), Israel (13) und Zypern (12) noch drei Teams auf den dritten Rang und die Relegation. Die Bosnier treten im direkten Duell auf Zypern an. Die Israelis gelten in Belgien als Außenseiter, zumal die „Roten Teufel“ mit einem Sieg die Nummer eins der Weltrangliste werden können.

Das kleine Wales kommt derzeit aus dem Feiern nicht heraus. Gegen das noch kleinere Andorra geht am Dienstag die nächste feucht-fröhliche Party ab. Nach dem umjubelten Einzug des Rugby-Teams in das WM-Viertelfinale gehört der Abend im Cardiff City Stadium ganz allein Gareth Bale und seinen kickenden Kollegen.

Die 18 bisher für die EM qualifizierten Teams sind: 

Frankreich, Albanien, Belgien, Deutschland, England,  Island, Italien, Nordirland, Österreich, Polen, Portugal, Rumänien, Russland, Schweiz, Slowakei, Spanien, Tschechien und Wales.

apa/dpa

stol