Manchester ist endgültig zur Hauptstadt im Fußball-Mutterland England aufgestiegen. Als mit 19 Meistertiteln nun alleiniger Rekordchampion vor Liverpool (18) schrieb Manchester United ein weiteres Kapitel seiner imposanten Geschichte und ließ die Sammlung von Erfolgscoach Ferguson auf imposante 27 Titel anwachsen.Stunden später rundete Stadtrivale ManCity den historischen Samstag in der Arbeiterstadt ab: Mit dem fünften FA-Cup-Triumph der Club-Geschichte endete eine lange Durststrecke von 35 Jahren ohne Trophäe.„Das ist ein großer Tag für Manchester United“, jubelte Sir Alex Ferguson nach dem eher unspektakulären 1:1 (0:1) bei den Blackburn Rovers. Doch die Freude des nimmermüden „Oldies“ war verständlich: Pünktlich zum im November anstehenden Jubiläum löste der längst geadelte Trainer-Guru in seinem 25. Jahr auf der United-Bank ein Uraltversprechen ein. Denn bei seinem Amtsantritt 1986 hatte er angekündigt, den damals auf der Insel konkurrenzlosen Liverpool FC irgendwann „von seinem verdammten Sockel zu stoßen“. Seit Samstag ist diese Mission erfüllt.Ferguson hat aber schon das nächste große Ziel im Visier, denn der 69-jährige Schotte kennt keinen Geiz, höchstens Ehrgeiz. Bereits am 28. Mai will der Trainer-Fuchs in London im Champions-League-Finale gegen den FC Barcelona seinen 28. Titel feiern. Bisher hat es Ferguson auf zwölf Meistertitel in der Premier League, fünf FA- und vier Liga-Cup-Siege gebracht, dazu kommen zwei Champions-League-Triumphe sowie jeweils ein Weltcup-Sieg, FIFA-Club-WM-Titel, Triumph im Europacup der Cupsieger und europäischer Supercup auf europäischer Bühne.„Dieser Titel ist herausragend. Der Saisonbeginn verlief etwas schleppend, aber jetzt sind wir ein verdienter Meister“, sagte Routinier Ryan Giggs über den jüngsten Erfolg in der Premier League. Eine Woche nach dem vorentscheidenden 2:1 im Liga-Gipfel gegen den hartnäckigsten Verfolger Chelsea musste United aber mehr kämpfen, als „Fergie & Co.“ lieb gewesen sein dürfte. Erst in der 73. Minute gelang Wayne Rooney per Foulelfer der Ausgleich. „Das Tor habe ich für unsere Fans geschossen. Wir sind jetzt die erfolgreichste englische Mannschaft. Das ist eine ganz tolle Leistung“, betonte Rooney.In London holte wenig später Manchester City seinen fünften FA-Cup. Matchwinner beim 1:0 (0:0) im Wembley-Stadion gegen Stoke City war Yaya Toure. „Ein Traum ist wahr geworden. Es ist unglaublich, dass wir dieses Finale gewonnen haben“, lautete der überglückliche Kommentar des Ivorers, der mit seinem Tor in der 74. Minute den ersten FA-Cup-Erfolg der „Citizens“ seit 1969 perfekt machte. Es soll nicht der letzte Coup des Millionen-Ensembles bleiben, will man sich doch in dieser Hinsicht United als Vorbild nehmen. Der Lokalrivale hatte nämlich mit dem FA-Cup-Gewinn 1990 den ersten großen Titel unter Ferguson erobert.apa