Die in Innsbruck beheimatete Gesellschaft hat den Ermittlern eine Liste von Matches mit verdächtig großen Wettsummen geliefert, berichtete die römische Tageszeitung „La Repubblica“ am Sonntag. Die Ermittler vermuten, dass diese Spiele manipuliert worden seien.Dank der von SkySport 365 gelieferten Informationen konnte festgestellt werden, dass auf einige Serie-B-Matches sogar bis zu vier Millionen Euro gesetzt wurden. „Das gibt uns den Eindruck, dass die Wetter mit besonderer Sicherheit spielten“, hieß es vonseiten SkySport 365. Zu den verdächtigten Spielen zählen auch Matches des Serie-A-Aufsteigers Atalanta Bergamo, dessen Kapitän Cristiano Doni in den Sog der Ermittlungen geraten ist.SkySport 365 arbeitet schon seit längerer Zeit mit den italienischen Justizbehörden zusammen, um illegale Wetten aufzuspüren. So hatte die Tiroler Gesellschaft die Anti-Mafia-Staatsanwaltschaft in Neapel bei einer heiklen Untersuchung über von der Mafia manipulierte Matches von Dritt- und Viertligisten im neapolitanischen Raum mit Informationen unterstützt.Ermittlungen gegen fünf TopligistenFünf Topligisten sind laut dem ermittelnden Staatsanwalt Roberto Di Martino in den Sog der ausgedehnten Anti-Manipulationsermittlungen geraten. Die Namen der Vereine nannte er nicht. Laut italienischen Medien seien Meister AC Milan sowie der SSC Napoli und Lazio Rom nicht unter Verdacht. Noch unklar ist jedoch, ob Meisterschaftsspiele der verdächtigten Vereine tatsächlich manipuliert wurden, oder ob es lediglich bei einem Versuch blieb. Ins Visier der Ermittler sind fünf Meisterschaftsspiele geraten, unter anderem das Serie-A-Match zwischen Inter Mailand und US Lecce am 30. März. Dabei soll ein Manipulationsversuch gescheitert sein. Atalanta Bergamo droht Ausschluss aus TopligaBesonders heikel ist die Position des Erstliga-Aufsteigers Atalanta Bergamo, der um seine Zukunft bangt. Wegen der Verwicklung seines Kapitäns Doni in die Affäre droht dem lombardischen Klub der Ausschluss aus der Topliga in der kommenden Saison. Doni wird beschuldigt, hohe Geldsummen kassiert zu haben, um Matches zu manipulieren. Der 38-Jährige, der seit 2006 bei Atalanta Bergamo unter Vertrag steht, war bereits 2001 in den Sog eines Wettskandals geraten, jedoch freigesprochen worden. „Donis Position ist besonders kritisch“, verlautete aus Ermittlerkreisen. Doni bestritt jegliche Beteiligung an unlauteren Aktionen.Vorerst wird nicht gegen Atalanta-Manager ermittelt, doch der Verein engagierte mehrere erfahrene Rechtsanwälte, um seinen Ruf zu schützen. So wurde der französische Verteidiger Jean-Louis Dupont, Rechtsanwalt des spanischen Radstars Alberto Contador, eingesetzt. Auch der Verteidiger von Juventus Turin im Manipulationsskandal des Jahres 2006, Luigi Chiappero, wurde von Atalanta Bergamo zum Schutz seines Images engagiert.Buffone gestandVor den ermittelnden Staatsanwälten in Cremona ist es inzwischen zu ersten Geständnissen gekommen. Der inhaftierte Sportdirektor des Drittligisten Ravenna Calcio, Giorgio Buffone, gestand, einige Matches manipuliert zu haben. Er habe dies „nur aus Liebe zu seinem Verein“ getan, er habe dem finanziell angeschlagenen Verein helfen wollen, der vor dem Bankrott stand. Die Wettmanipulationen hätten aber ohnehin nicht funktioniert, erklärte Buffone. apa