Donnerstag, 23. April 2015

Fußballersprache: Die Phrasen und Plattitüden der Profis

Die Protagonisten im Profifußball stehen heute in der Öffentlichkeit wie nie zuvor. Kein Wunder, dass sie im Zeitalter von Facebook, Twitter und Youtube oft nur noch Phrasen von sich geben.

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Vor allem die Spieler wissen genau, was sie vor Kameras und Mikrofonen sagen dürfen und sollen. Und was zu Problemen und Geldstrafen führen könnte.

Die Deutsche Presse-Agentur hat einige gängige Sätze aus den verbalen Baukästen der Fußballer gesammelt (und was damit eigentlich gemeint ist):

„Wir denken nur von Spiel zu Spiel.“ (Heißt meistens: Wir dürfen nicht über große Ziele reden, das haben der Trainer und Manager verboten, damit sie es nicht eines Tages um die Ohren bekommen.)

„Im Fußball kann alles passieren.“ (Heißt meistens: Wir haben überhaupt keine Chance, aber das dürfen wir nicht sagen.)

„Wir haben Respekt, aber keine Angst.“ (Heißt meistens: Wir denken lieber nicht darüber nach, wie stark der nächste Gegner ist.)

„Wir haben uns nicht belohnt.“ (Heißt meistens: Wir waren zu dämlich, aus unseren Chancen etwas zu machen.)

„Die Hoffnung stirbt zuletzt.“ (Heißt meistens: Beim Blick auf die Tabelle würden wir tot umfallen.)

„Die Mannschaft hat die Qualität.“ (Heißt meistens: Warum sie diese nicht umsetzen kann, da müssen sie jemand anderen fragen.)

„Ich wollte der Mannschaft helfen.“ (Heißt meistens: Mein Trainer hasst Starallüren, deshalb sage ich lieber nicht, dass ich heute eigentlich der Größte bin.)

„Wir sind nicht gut in die Zweikämpfe reingekommen.“ (Heißt meistens: Der Trainer hat uns vorher in den Hintern getreten, aber irgendwie hat es nichts genutzt.)

„Wir haben nicht viel zugelassen.“ (Heißt meistens: Der Gegner hat ja vorne nicht viel zu bieten gehabt.)

„Die Fans haben uns toll unterstützt.“ (Heißt meistens: Ich werde mich hüten, jemals etwas Negatives über unsere Fans zu sagen. Das würde man dann doppelt und dreifach zurückbekommen.)

„Es war keine leichte Entscheidung.“ (Heißt im Managerjargon: Wir sind froh, dass wir diesen Trainer los sind, aber das kostet uns eine deftige Abfindung.)

dpa

stol