Sampdoria Genuas Superstar Antonio Cassano beleidigte seinen Club-Präsidenten vor versammelter Mannschaft. Der Sampdoria-Boss war schockiert und warf seinen Lieblingsspieler raus.Sein jüngster Ausraster könnte Cassano die Karriere kosten. Der ligurische Verein hat den als unberechenbaren Hitzkopf verrufenen 28-Jährigen wegen unflätiger Beschimpfungen des Club-Präsidenten Riccardo Garrone hinausgeworfen. Der Erstligist stellte zum Wochenende bei der Liga Antrag auf sofortige Auflösung des bis 2013 laufenden Vertrags und eine Einstellung der Gehaltszahlung von jährlich rund 5,4 Millionen Euro. Die neue Offensiv-Hoffnung der Nationalelf wurde vom Club suspendiert und ist wegen des Ethik-Kodexes der „Azzurri“ damit auch für die Nationalmannschaft gesperrt.Wie die „Gazzetta dello Sport“ am Sonntag berichtete, hatte sich Cassano am Dienstagabend geweigert, den Club-Chef zu einer Feier zu begleiten und Garrone vor Funktionären und Spielern verbal heftig attackiert. Nach Angaben der Sporttageszeitung beschimpfte der Stürmer den entsetzten Club-Chef als „Arschloch“ und „alten Scheißkerl“. Eine schriftliche Entschuldigung habe er verweigert. Nach Angaben seines Anwalts kam er der Bitte seines Präsidenten nicht nach, weil er zuvor bereits eine andere wichtige Einladung abgelehnt habe, um den Abend mit seiner schwangeren Frau zu verbringen.Obwohl sich Club-Funktionäre noch um eine Vermittlung zwischen dem Vereinsboss und dem Fußballer bemühen, galt sein Abschied in Genua am Wochenende als sehr wahrscheinlich. Und das, obwohl Garrone mit der Kündigung Cassanos auf eine Ablösesumme von schätzungsweise 20 Millionen Euro verzichten würde. Inter, Juventus und Milan sowie Manchester City wurden als mögliche neue Clubs gehandelt.Doch Quertreiber Cassano ist bislang mit seiner arroganten und aufbrausenden Art überall angeeckt. Fabio Capello musterte ihn bei Real Madrid ebenso aus disziplinarischen Gründen aus wie Ex- Nationaltrainer Marcello Lippi, der sich trotz der Forderungen der Medien nach Cassano in den vergangenen Jahren stets weigerte, den hoch talentierten, aber undisziplinierten Kicker zu berufen. Immer wieder geriet Cassano mit Mitspielern und Trainern aneinander. Mehrfach beleidigte er Schiedsrichter.Bei Sampdoria schien er endlich zur Ruhe gekommen zu sein. Präsident Garrone verzieh ihm den ein oder anderen Fehltritt und galt bislang als väterlicher Freund des „Enfant Terrible“. Bei seiner Heirat schwor Cassano vor wenigen Monaten noch: „Jetzt ist Schluss mit den Ausrastern.“ Als der neue Nationalcoach Cesare Prandelli die „Squadra Azzurra“ nach dem Debakel bei der WM in Südafrika rund um Cassano aufbaute und der Sampdoria-Star überzeugte, schien er die Kurve bekommen zu haben. Jetzt droht ihm ein tiefer Absturz.dpa