Mittwoch, 03. Mai 2017

Giro d'Italia: Neue Abfahrts-Wertung wirbelt Staub auf

Der Giro d'Italia wollte bei seiner 100. Auflage mit einer Neuerung aufwarten. In der am Freitag auf Sardinien beginnenden Radrundfahrt sollten auf zehn Abfahrten die Zeiten gestoppt werden, der Gesamtsieger hätte mit 5.000 Euro genauso viel wie der Gewinner der Bergwertung erhalten sollen. Doch dann kam die Kritik.

Am Freitag beginnt der Giro d'Italia in Sardinien.
Am Freitag beginnt der Giro d'Italia in Sardinien.

Die Fahrer-Vereinigung hatte diese neue Wertung vehement kritisiert. Dieser Bewerb sei „gefährlich und unverantwortlich“, meinte deren Direktor Michael Carcaise.

Die Veranstalter wollten auf zehn Abschnitten zwischen der 8. und 20. Etappe die Abfahrtszeiten stoppen, darunter von Pässen wie Stilfser Joch, Tonale-Pass, Pordoijoch und Monte Grappa. Die jeweils fünf Schnellsten hätten Punkte erhalten, anschließend hätte so der Gesamtsieger gekürt werden sollen.

Auch mehrere Profis hatten sich sehr kritisch in sozialen Netzwerken geäußert. „Es ist nicht so lange her, dass wir unseren Freund und Kollegen Wouter Weylandt bei einem Abfahrtssturz verloren haben. Soll das wieder passieren? Nein!!!“, schrieb der Deutsche Marcus Burghardt auf Twitter.

Vom Veranstalter gestrichen

Angesichts der Kritik erklärten die Giro-Veranstalter am Mittwoch, man habe eine Fertigkeit, die Bestandteil jedes Rennens sei, in den Vordergrund rücken, aber keineswegs die Sicherheit der Teilnehmer gefährden wollen.

Um Missverständnissen vorzubeugen, werde die Abfahrtswertung samt Preisgeld wieder gestrichen, teilte Organisator RCS mit. Die gestoppten Zeiten seien nur Statistik-Daten für Fans.

apa

stol