Das Turnier steht im Zeichen der Abwesenheit des verletzten Tiger Woods sowie des Kampfes um die Führung in der Weltrangliste. Vom Top-Trio Luke Donald, Lee Westwood und Martin Kaymer kennt aber nur der Deutsche das Gefühl eines Major-Sieges.Kaymer gewann vergangenen August die US-PGA-Championship und übernahm später die Spitze der Weltrangliste von Westwood, der sie sich später zurückholte, ehe letztlich Donald ganz nach oben kletterte. Das Wechselspiel (fast) im Monatstakt ist mittlerweile typisch für die Situation im weltweiten Profigolf, denn seit der jahrelange Dominator Woods Probleme hat und auf Platz 15 abgerutscht ist, fehlt der Szene die ganz große Identifikations-Figur.„Es ist traurig, dass er nicht hier ist. Es verschafft dem Turnier mehr Aufmerksamkeit, ich hoffe, er kommt bald zurück“, findet auch Kaymer, der bei den US-Open mit seinem neuen Caddie Chris Donald und damit pikanterweise dem älteren Bruder des Weltranglisten-Ersten Luke Donald unterwegs ist. Auch Woods' Caddie Steve Williams musste sich kurzfristig einen neuen Arbeitsplatz suchen und wird in Betehsda das Bag des Australiers Adam Scott tragen.Einen Monat vor den europäischen „Open“ in England sind auch bei den mit acht Mio. Dollar dotierten Open der Amerikaner die Europäer Favoriten. Während die US-Spieler seit vier Majors sieglos sind, kommt mit dem Nordiren Graeme McDowell auch der Titelverteidiger (siegte 2010 in Pebble Beach) aus Europa.Gejagt wird das um die Weltranglisten-Spitze kämpfende Trio auf dem „Blue Course“, dem vermutlich engsten US-Open-Kurs aller Zeiten (Par 71), in erster Linie von den US-Spielern Phil Mickelson, Steve Stricker, Bubba Watson, Jim Furyk und Dustin Johnson. Vor allem für die Engländer Donald und Westwood geht es aber auch darum, endlich den Makel des fehlenden Major-Sieges abzulegen.Westwood (38) war als zweifacher Zweiter und dreimaliger Dritter schon mehrmals knapp dran, Donald (33) hat heuer ebenfalls bereits zwei hochklassige Turniere gewonnen, besticht aber vor allem durch Konstanz. 15 seiner jüngsten 16 Turniere hat er in den Top Ten beendet.Zudem sind die US Open günstig für einen Premierenerfolg. In den vergangenen zehn Jahren holten gleich sieben Spieler dort ihren ersten Major-Titel. Auf dem engen „Monsterkurs“ in Bethesda wird nach 1964 und 1997 zum dritten Mal gespielt, zuletzt siegte „The Big Easy“ Ernie Els. Der Südafrikaner zählt 2011 aber nur zu den Außenseitern.apa